Wer wird der nächste ZDK-Präsident

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Wer wird der nächste ZDK-Präsident. Foto: ZDK/ dpp-AutoReporter

Sechs Monate vor dem Wahltermin im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe für einen Nachfolger des Düsseldorfer Automobilunternehmers Robert Rademacher (Schultz-Gruppe) wird das Personen-Karussell angeschoben. Nicht verbandsintern, sondern durch die Fachzeitschrift  "Autohaus". Das dem Handel zugeschriebene Medium vertritt nicht die Interessen der zahlenmäßig größten Gruppe im Verband, die freien Werkstätten. Von rund 30.000 Mitgliedsunternehmen dürfte es noch unter 9.000 Unternehmer aus dem Handelsbereich geben. Dort herrscht Filialisierung.

Also zwei Verbände? Einige wollen das, auch mit Blick auf das verbandliche Beharren in Bonn. Ein Handelsverband in Berlin mit Weller an der Spitze, der seine Firmenzentrale sowieso in der Hauptstadt hat? Aktuell wird medial abgestimmt. Frei nach dem Motto "Wen hätten sie denn gern"? Prozentzahlen lassen nicht auf Beteiligungsquantität und -qualität schließen.

Weller, den einige für einen Querdenker, andere für einen Querulanten halten, hat sich selbst mit einem höchst zweifelhaften Artikel in der "Automobilwoche" über freie Werkstätten ins Spiel gebracht. Dabei hat er vom Grundsatz die Unterstützung von "Autohaus", dem Handels-Blatt des Kfz-Gewerbes ohne Organschaft.

Wäre Weller wählbar? Nein, denn wer die Statuten des Verbandes gelesen hat, weiß, dass das Votum der Mitgliederversammlung entscheidet. Und diese Versammlung ist ein Spiegelbild aus Landesverbänden und Markenverbänden mit einer Mehrheit der Länder!

Vor allem auch in den Ländern dürfte nicht vergessen worden sein, dass sich Weller bereits einmal im Vorstand des ZDK engagiert, dann aber schnell wieder sein Engagement für die allgemeinen berufsständischen Interessen zurück gezogen hat. Auch im Toyota-Verband, einst Wellers Verbands-Domäne, spielen zwischenzeitlich andere auf der Geige.

Der Zentralverband, der mehrere unternehmerische Gruppen vertreten  muss, sollte die Gemeinsamkeit der verschiedensten Unternehmensprofile viel stärker herausarbeiten und dann den Kopf wählen. Der Verband  braucht in zugegeben stürmischen Zeiten für seine mittelständische Betriebe einen besonnenen Präsidenten - keinen Hitzkopf. Die Freien Berufe machen es aktuell in der deutschen Verbände-Landschaft vor, was daraus entsteht, wenn  das personelle Säbelrasseln die Diskussion über Sachthemen übertönt. Und Sachthemen hat das Kfz-Gewerbe zuhauf, vom Agenturgeschäft, über Internet, Designschutz bis zur Autohaus-Lieblingsthema "Zulassung im Autohaus".

Ach, bevor wir es vergessen: Ausbildung und Weiterbildung sind Kern-Themen, die die Branche nicht nur vereinen, sondern die unternehmerische Zukunftsaufgaben auch in den Autohäusern und Werkstätten sein sollten, ja müssen!  (dpp-AutoReporter)