AvD-Tipps zur Autobahnfahrt

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Generell empfiehlt sich besonders auf Autobahnen gegenseitige Rücksichtnahme - wer auf seinem vermeintlichen Recht beharrt, riskiert bei Unfall eine Teilschuld. Foto: dpp-AutoReporter

Im dichten Verkehr wird es immer schwieriger, die Ein- und Ausfahrt von Autobahnen stressfrei zu bewältigen - der AvD gibt Tipps für die sichere Fahrt.

Bei dichtem Lkw-Verkehr auf der rechten Autobahnspur ist es schwer, eine passende Lücke zur Auffahrt auf die Autobahn zu finden. Der AvD rät, schon bei der Zufahrt zur Beschleunigungsspur viel Abstand zum Vorausfahrenden zu halten, damit man anschließend zügig auf 80 bis 90 km/h beschleunigen kann. Nur wer nach vorn schaut und gleichzeitig in den linken Rückspiegel sieht, kann nach dem Beschleunigen gefahrlos in die Lücke zwischen Lastwagen einscheren. Nach vorn orientiert Beschleunigen ist besser, als sich in die Lücke „einzubremsen", weil dabei der Verkehrsstrom gefährlich behindert wird.

Nicht nach links in die rechte Fahrspur drängeln - es ist erlaubt, zum Einfädeln über die schräg verlaufende Begrenzungslinie hinaus auf der Standspur weiter zu beschleunigen, um nach links einscheren zu können. Nur notfalls bremsen und dann wegen der langsamen Geschwindigkeit erst einfahren, wenn die Fahrspur nach hinten mindestens 80 Meter frei ist.

Wer aber auf der rechten Autobahnspur fährt, sollte anderen Verkehrsteilnehmern an Autobahnanschlussstellen das Einscheren erleichtern, indem er größeren Abstand hält und fallweise auch behutsam verlangsamt. Vorsicht: niemals scharf vor LKW bremsen, wenn der Abstand nicht mindestens 50 Meter beträgt.

Vermehrt ist aber zu beobachten, dass verhalten fahrende Autobahnfahrer aus falsch verstandener Freundlichkeit spontan auf die mittlere oder linke Fahrspur wechseln, um Einfahrenden das Einscheren zu erleichtern - ein Manöver, das in der untergegangenen ‚DDR‘ übrigens verboten war. Bei dichtem Verkehr gefährdet dies die schnelleren Nachfolgenden auf allen Fahrspuren, die Bremsen und Ausweichen müssen, weil die Verantwortung auf drei Fahrer verteilt wird: den Einfahrenden, den Spurwechsler und die Nachfolgenden, die ausweichen müssen. „Platz machen" ist deshalb nur sinnvoll, wenn kein Nachfolgender beeinträchtigt oder gar gefährdet wird.

Auch das Abfahren von der Autobahn ist bei dichtem Verkehr nicht ohne Gefahren. Wer sich im letzten Moment über die rechte Fahrspur auf den Verzögerungsstreifen drängt, gefährdet sich und alle Nachfolgenden. Der AvD weist darauf hin, dass man sich rechtzeitig einordnen und den Fahrstreifenwechsel mit dem Blinker anzeigen muss. Das knappe Einscheren vor LKW ist lebensgefährlich, denn die schwere Last hat einen langen Bremsweg. Im Stop-and-go-Verkehr sollte man rechtzeitig den rechten Blinker setzen und im Rollen nach rechts wechseln, ohne dies zu erzwingen. Sehr gefährlich ist auch das Anhalten auf der rechten Spur, weil der Verkehr auf der Ausfädelspur schon steht - schwere Auffahrunfälle sind dabei sehr wahrscheinlich.

Das frühzeitige rechts Vorbeifahren auf der Ausfädelspur ist nur gestattet, wenn der Verkehr auf den Fahrspuren mit weniger als 50 km/h rollt oder zum Stillstand gekommen ist. Nicht aber das Vorbeifahren auf der Standspur, wenn diese nicht ausdrücklich dafür freigegeben ist. (dpp-AutoReporter/wpr)