Liebhaberautos jetzt gründlich checken

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Vor der beginnenden Saison benötigen Oldies wie der 1939er Audi 920 einen peniblen Check. Foto: dpp/AutoReporter

Viele Oldtimer und Youngtimer verbringen den Winter gut geschützt in Garagen oder Hallen; vor der ersten Ausfahrt in den Frühling sollte der technische Zustand überprüft werden. Der ADAC gibt Hinweise, wie Sie den Klassiker fit für die Saison machen.

Batterie: Die während der Ruhepause (hoffentlich) mit einer „Erhaltungsladung" gepflegte Batterie wieder einsetzen. Bei den Versionen mit aufschraubbaren Verschlussstopfen kann man zudem prüfen, ob destilliertes Wasser nachgefüllt werden muss. Um Kurzschlussgefahr zu vermeiden, bitte beachten: Zuerst wird die Klemme des Plus- und dann die des Minuspols angeschraubt. Wenn dann die Elektrik aktiv ist, sollte man sämtliche Funktionen überprüfen - bereits leichte Korrosionsentwicklung während der Ruhezeit an Steckverbindungen und den früher üblichen Keramik-Sicherungen kann für einen überraschenden Blackout sorgen. Auch schlechte Masseverbindungen können hier eine Rolle spielen.

Motorstart: War die Technik beim „Einmotten" gesund, wird der Motor meist nach zwei bis drei Startversuchen anspringen. Weiterorgeln bringt meist nichts, bei Katalysator-Fahrzeugen kann das sogar den Kat schädigen. Hier ist Fehlersuche erforderlich, die unter Umständen erst nach einer Schleppaktion in eine Werkstatt erfolgreich ist. Häufigste Ursachen: Mürbe gewordene Kraftstoffschläuche (die ziehen dann lieber Luft als den Sprit aus dem Tank) sowie verschlissene Unterbrecherkontakte bzw. Zündkerzen.

Motoröl und Kühlwasser: Überprüfen Sie den Stand des Motoröls und des Kühlwassers. Haben Lecks am Garagenboden Spuren hinterlassen? Den Ursachen der Undichtigkeiten sollte man rasch auf den Grund gehen und diese umgehend beseitigen.

Haupt- und Abgasuntersuchung: Ein Blick auf die Kennzeichenschilder: Wann sind wieder Haupt- und Abgasuntersuchung fällig? Sofern während der Ruhepause abgelaufen: Umgehend nachholen! Bei Zulassung mit Saison-Kennzeichen darf man selbstverständlich erst starten, wenn es die auf dem Nummernschild aufgeprägten Monatsangaben zulassen.

Sorgfältige Reinigung: Bei der obligatorischen Autowäsche nicht die Säuberung der Verglasung und Rückspiegel vernachlässigen, wenn die ersten Meter in der Frühlingssonne nicht zum Blindflug werden sollen. Auch die Scheibenwischerblätter inspizieren - die altern gerne, auch wenn sie nichts zu tun hatten. Sämtliche Bodenbeläge aus Innen- und Kofferraum sollte man, sofern nicht fest verklebt, herausnehmen. Auch wenn der Oldie „Nässe" im klassischen Sinn nicht ausgesetzt war - nicht immer steht als Winterlager ein optimal durchlüfteter Raum zur Verfügung. Feuchtigkeit, bis hin zur Schimmelbildung, kann sich in verborgenen Bereichen also durchaus angesammelt haben.

Bremsen: Achtung - bei der ersten Bremsung kann der Anhalteweg länger sein. Der Flugrost auf Bremsscheiben und in Bremstrommeln muss sich erst abschleifen. Dann hört sich der Oldie auch nicht mehr wie eine alte Eisenbahn an. Klar, dass auch der Reifenluftdruck überprüft wird.

Karosserie: Wer rastet, der rostet: Nicht jeder Besitzer kann sein Fahrzeug unter Einhaltung optimaler Temperatur und Luftfeuchte einlagern - aber nicht nur dann macht eine Inaugenscheinnahme der gesamten Karosserie Sinn. (dpp-AutoReporter/wpr)