Oldtimer-Ersatzteile aus dem 3D-Drucker

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Oldtimer-Ersatzteile aus dem 3D-Drucker. Foto: Meyle/dpp-AutoReporter

Besitzer von Oldtimern kennen das: Ein Originalteil des Wagens fällt aus und ist nicht mehr zu reparieren. Was folgt, ist eine häufig jahrelange Suche nach passendem Ersatz. Eine neue innovative Technologie bietet dafür jetzt eine Lösung - die „digitale Restaurierung": Mit einem 3D-Drucker lassen sich Einzelteile originalgetreu und ohne großen Aufwand nachbauen. Wie das funktioniert, können Oldtimerfans auf der Weltmesse für Oldtimer, der Techno-Classica in Essen, vom 15. bis 19. April, auf dem Stand der „Auto Bild Klassik" erleben. Die Zeitschrift hatte im Februar gemeinsam mit der Wulf Gaertner Autoparts AG die Leser aufgerufen, kaputte Originalteile eines Oldtimers einzuschicken. Die Gewinner der Aktion erhalten dann auf der Techno-Classica die Komponenten, die im 3D-Drucker des Herstellers von Meyle- und Meyle-HD-Teilen reproduziert wurden.

3D-Druck ist eine Technologie, die auch in der Automobilbranche an Bedeutung gewinnt. Die Ingenieure von Wulf Gaertner Autoparts arbeiten bereits seit geraumer Zeit im Entwicklungsprozess technisch verbesserter Meyle-HD-Teile mit 3D-Druckern. Damit können Prototypen bis ins kleinste Detail und innerhalb weniger Stunden gedruckt werden. Sie sind anschließend direkt einsatzbereit und können technischen Prüfungen unterzogen werden. Das Verfahren ist denkbar einfach: Zunächst wird das nachzubildende Ersatzteil eingescannt und die dabei entstehende Punkt-Wolke mit Hilfe der Flächenrückführung über die 3D-CAD-Software zu einem 3D-Modell weiterentwickelt. Das entstandene Datenmodell wird dann an den Drucker übermittelt, der das Modell - ähnlich wie bei einem Tintenstrahldrucker - Lage für Lage übereinander druckt. Der dabei verwendete Kunststoff wird - wie auch die Meyle Platinum Discs mit UV-Lack-Beschichtung - anschließend mit UV-Licht ausgehärtet. Das so entstandene Ersatzteil ist extrem stabil und direkt einsatzbereit.

In diesem 3D-Druckverfahren hatte eine weitere Innovation aus dem Hause Wulf Gaertner Autoparts ihren Ursprung - der „Druck" von Autoersatzteilen für Oldtimer. Für die Unikate lohnt eine Serienfertigung nicht. Mit dem 3D-Drucker lassen sich jedoch Ersatzteile individuell und originalgetreu herstellen, die dann der „digitalen Restaurierung" dienen. „Nachdem wir ein gedrucktes Ersatzteil in unserem firmeneigenen Oldtimer erprobt hatten, war klar, dass wir diesen Service einem breiterem Publikum zur Verfügung stellen können", erklärt Andreas Pfeffer, Leiter Business Development bei Wulf Gaertner Autoparts. „Das 3D-Druckverfahren ermöglicht es uns, gesuchte Originalteile von Oldtimern, die heute nicht mehr verfügbar sind, binnen kürzester Zeit herzustellen", so Pfeffer weiter. (dpp-AutoReporter)