„Razzia“ im Audi museum mobile

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„Razzia“ im Audi museum mobile. Foto: Audi/dpp-AutoReporter

Mit diesem Modell, einem NSU Prinz 4, fuhren die Polizeibeamten in Baden-Württemberg Streife. Das einzige noch existierende Exemplar in Deutschland steht derzeit in der Sonderausstellung in Ingolstadt.

Das Audi museum mobile präsentiert in der Sonderausstellung „Razzia" 14 Streifenwagen verschiedener Marken aus nahezu allen Epochen der automobilen Polizeigeschichte. Die neue Sonderschau dauert von 10. April bis 30. August 2015. Das Museum bietet spezielle Führungen zur Ausstellung an. Ein weiteres Highlight: Ab sofort können Besucher „Schätze aus Neckarsulm" - historische Autos und Motorräder dieses Audi-Standorts - auf dem Paternoster im Museum sehen.

Während die Polizei in den Vereinigten Staaten früh erkannte, dass sich das Automobil zum Kampf gegen Verbrechen vortrefflich eignet, schickten Polizeibehörden in Deutschland ihre Gendarmen und Landpolizisten noch lange Zeit zu Fuß oder per Fahrrad durch das Revier. Erst nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich auch hierzulande das Fortbewegungsmittel der Polizei. Aus dieser Epoche stammt der 1930 gebaute Horch 400 Polizei-Mannschaftswagen, das älteste Exponat der Ausstellung.

Endgültig durchsetzen konnte sich das Automobil in Polizeidiensten aber erst einige Jahre später. Sowohl Modelle der Auto Union GmbH als auch der NSU Motorenwerke AG schickte die Polizei damals „auf Streife". Exponate im Museum sind neben einem DKW 1000 S (1963), der sich bei der Autobahnpolizei Münster im Einsatz befand, auch ein NSU Prinz 4 aus dem Jahr 1964.

Als weitere automobile Zeugen der Wirtschaftswunderzeit zeigt die Ausstellung einen Volkswagen Typ 18 A (1949) und einen Hanomag L 28 GruKW (Gruppenkraftwagen), Baujahr 1951. Viele Besucher werden sich außerdem an die legendäre Serie „Funkstreife Isar 12" aus den 1960er Jahren erinnern, wenn sie im Museum einen BMW 501 erblicken. Als „Barockengel" schrieb er Fernsehgeschichte. Darüber hinaus ist ein Porsche 356 der Autobahnpolizei aus dem Jahr 1964 ausgestellt.

Auch der Audi 100 (C1) trug Polizeiuniform - das gezeigte Exponat fuhr 1971 vom Band. Audi lieferte die geräumige Limousine vorrangig an die Autobahnpolizei in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern. In der Deutschen Demokratischen Republik wiederum hatte die Volkspolizei den Wartburg 353 im Einsatz - in der Sonderschau steht ein Modell aus dem Jahr 1983.

In grün-weißem Design folgen die Audi-Modelle der 1990er Jahre. Der in Ingolstadt produzierte Audi 80 (B4) erlangte ab November 2011 in der Fernsehserie „Hubert und Staller" Fernsehruhm. Der leistungsstarke Audi A6 (C4) - gefertigt von 1990 bis 1994 - eignete sich besonders zum Dienst auf der Autobahn. Mit diesem Modell begann der Streifenwagen sich zu einem modernen, digital vernetzten Arbeitsplatz zu entwickeln, an dem viele Beamte heute mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringen.

Als Vertreter der jüngeren Geschichte präsentieren sich ein Audi A4 Avant aus dem Jahr 2005 sowie ein Lamborghini Gallardo Polizia, der mit 500 PS als einer der schnellsten Polizeiwagen weltweit gilt. Das jüngste Exponat stammt aus dem Jahr 2009: ein VW Scirocco in Blau-Silber. Das Sportcoupé hat es allerdings nie in den Polizeidienst geschafft. Es wurde eigens für die Sicherheitsinitiative eines Tuning-Verbands aufgebaut.

Motorisierte Zweiräder ergänzen den Streifzug durch die Polizei-Historie: die NSU Quickly als Polizeimoped (1953), eine NSU Supermax Polizei (1961), die Ducati 600 Desmo Polizia Urban (1983) sowie eine MZ ETZ (Einzylinder-Telegabel-Zentralkastenrahmen) 250 VP (Volkspolizei) aus dem Jahr 1985. (dpp-AutoReporter)