Oldtimer: AvD weist auf verschärfte Regeln bei Kurzzeitkennzeichen hin

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Der AvD geißelt die neuen Regeln bei Kurzzeitkennzeichen als überzogen vor allem beim Oldie-Handel. Im Bild ein VW Karmann-Ghia Typ 14, Modell 1975. Foto: dpp-AutoReporter

Wer ein Auto kaufen und probefahren möchte, kann dies nur noch mit gültiger Hauptuntersuchung (HU) - das heißt, er muss vorab mit dem Verkäufer klären, ob eine bestandene HU vorliegt. Oldtimer aber, die etwa keine Blinker oder nicht zulässige Scheinwerfer oder Fensterscheiben haben und keine HU bestehen, dürfen nicht mehr im Straßenverkehr bewegt werden. Der AvD kritisiert diese Verordnung als überzogen, denn in der Unfallstatistik kommen Vorfälle mit 04-er-Kennzeichen kaum vor, erst recht nicht mit Oldtimern. Belege für massenweisen Missbrauch gebe es nicht.

Auch Käufer neuerer Gebrauchtwagen stehen vor dem gleichen Problem: Probefahrten mit abgelaufener HU oder Auslandsfahrzeugen sind nicht mehr durchführbar. Die neue Verordnung ist ab 01.04.15 in Kraft und soll Missbrauch von Kurzzeitkennzeichen verhindern.

Ausgestellt werden die Kennzeichen künftig sowohl am Wohnsitz des Halters als auch am Standort des Fahrzeuges. Die Zulassungsstelle darf sie für eine Dauer von fünf Tagen ab Ausstellung zuteilen. Die Kennzeichen dürfen nicht für in der Zukunft liegende Zeiträume ausgegeben werden und müssen für ein bestimmtes Fahrzeug unter Vorlage von dessen Papieren beantragt werden - ein Vordatieren ist nicht mehr möglich.

Zudem muss das Kfz eine gültige Hauptuntersuchung (HU) haben. Außerdem sollen Fahrten nach nicht bestandener HU zu einer „geeigneten Werkstatt" im Zulassungsbezirk oder Nachbarbezirk erlaubt werden.

Der AvD warnt vor den Folgen dieser Regelung für Oldtimerfans. Diese können keine Angebote mehr ohne HU probefahren und mit solchen gekauften Fahrzeugen nicht direkt nach Hause fahren. Auch Fahrten zu Restaurationswerkstätten und Erprobungsfahrten sind dann nicht mehr möglich. In solchen Fällen muss man sich künftig einen Hänger mieten.

Der Gesetzgeber begründet die Neuregelung mit dem Missbrauch von Kurzzeitkennzeichen für verkehrsuntüchtige Fahrzeuge in großem Umfang. Nach Auffassung des AvD gibt es statistisch keine Belege für diese Behauptung. Im Gegenteil: auch in der Unfallstatistik spielen sie fast keine Rolle. Der AvD fordert deshalb die Rückgängigmachung dieser unnötigen Regelung, denn Gebrauchtwagenkäufern und Oldtimerfreunden wird der Umgang mit den Fahrzeugen ohne Grund unnötig erschwert. (dpp-AutoReporter/wpr)