Leichtsinn lockt Täter: Weihnachtsmärkte ziehen Taschendiebe an

Picture

Leichtsinn lockt Täter: Weihnachtsmärkte ziehen Taschendiebe an. Foto: dpp

Taschendiebe schlagen am liebsten dort zu, wo sich große Menschenmengen aufhalten - beispielsweise auf Weihnachtsmärkten. Im dichten Gedränge zwischen den festlichen Buden und Ständen halten sie Ausschau nach leichter Beute. Georg Schimmelpfennig vom Polizeipräsidium Düsseldorf erklärt die Vorgehensweise der Täter und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Taschendiebe suchen immer das Gedränge - da wo viel los ist, ist die Gefahr, Opfer eines Diebstahls zu werden, am größten. „Die Handtasche halboffen oder das Portemonnaie locker in die Gesäßtasche gesteckt - beides ist für Taschendiebe ein gefundenes Fressen", so Georg Schimmelpfennig. „Menschen, die so unterwegs sind, machen es Tätern besonders leicht. Sie sind typische Opfer von Taschendiebstählen", weiß der Experte. Auf Weihnachtsmärkten kommt außerdem noch hinzu, dass die meisten Menschen mehr Bargeld dabei haben als üblich. Durch die Marktstände ist man zusätzlich abgelenkt und achtet nicht so sehr auf seine Wertsachen - und das ein oder andere Glas Glühwein sorgt für eine gelockerte Atmosphäre. All das macht die Märkte für Langfinger attraktiv.

Taschendiebe sind meist zu zweit oder in kleinen Gruppen unterwegs. Während ein Täter das Opfer gekonnt ablenkt, stiehlt der andere das Portemonnaie. „Oft wird das potenzielle Opfer absichtlich angerempelt. Während es sich entrüstet umdreht, wird zugegriffen. Der Täter gibt die Beute dann direkt an seinen Komplizen hinter ihm weiter. Selbst wenn das Opfer merkt, dass es bestohlen wurde, ist die Beute beim Täter nicht zu finden", erklärt Georg Schimmelpfennig. Diese Vorgehensweise ist typisch und kommt in abgewandelter Form immer wieder vor. Manchmal fragen die Täter auch nach dem Weg und lenken ihr Opfer dabei mit einem vorgehaltenen Stadtplan ab. Oder sie schütten ihrem Opfer absichtlich etwas über die Kleidung und stehlen die Geldbörse, während sie vorgeben, bei der Reinigung behilflich zu sein. „Es gibt unzählige Tricks - in der Regel ist aber immer ein Moment der Ablenkung integriert", so der Polizeisprecher.

Taschendiebe und -diebinnen kommen auch aus dem Ausland nach Deutschland - zum Teil sogar aus Südamerika. „Bei diesen Tätern handelt es sich oft um besonders geschickte und für diese Aufgabe speziell ausgebildete Diebe, die sehr präzise und oftmals völlig unbemerkt arbeiten", erklärt Georg Schimmelpfennig. So käme es vor, dass sie sogar Portemonnaies aus verschlossenen Sakko-Innentaschen stehlen würden, ohne dass der Bestohlene dies bemerken würde. Eine weitere Vorgehensweise dieser Täter: Mit Rasierklingen oder Teppichmessern werden Handtaschen unbemerkt von unten aufgeschnitten und das Portemonnaie entwendet. Die Täter schaffen es auch, Hosentaschen so aufzuschneiden, dass das Opfer nicht verletzt und die verschwundene Geldbörse zunächst nicht bemerkt wird. „Das sind jedoch nicht die gängigen Arbeitsweisen von Taschendieben", betont Schimmelpfennig. „Viel häufiger wird einfach die Unaufmerksamkeit der Menschen ausgenutzt." (dpp)