Krankenkasse: Ab wann „schade“ ich der Mitversicherung?

Picture

Krankenkasse: Ab wann „schade“ ich der Mitversicherung? Foto: dpp

Häufig gefragt: Ich bin durch meinen Ehemann bei seiner gesetzlichen Krankenkasse als Ehefrau „familienmitversichert". Nun wird mir ein Minijob angeboten - mit variierendem Gehalt von monatlich bis zu 450 Euro. Wie viel darf ich regelmäßig verdienen - einschließlich Weihnachts- und Urlaubsgeld - und trotzdem noch bei meinem Mann kostenfrei mitversichert sein?

Solange Sie sich in dem von Ihnen angegebenen Verdienstrahmen bewegen - maximal 450 Euro im Monat -, steht Ihrer Mitversicherung bei der Krankenkasse Ihres Mannes nichts im Wege. Zunächst kommt es auf die „regelmäßigen Bezüge" an. Das bedeutet, dass gegebenenfalls Einmalzahlungen (zum Beispiel das von Ihnen erwähnte Urlaubs- und/oder Weihnachtsgeld), die „mit hinreichender Sicherheit zu erwarten sind", auf den Kalendermonat umgerechnet und dem laufenden Einkommen zugerechnet werden.

Mit anderen Worten: Klug wäre es, den laufenden Arbeitsverdienst in einem Minijob so zu „steuern", dass dieser - die im Laufe des Jahres zu erwartenden Einmalzahlungen, auf den Monat umgerechnet und anteilig mitgerechnet - im Durchschnitt 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Nur unerwartete Überschreitungen der Minijob-Verdienstgrenze von 450 Euro führen nicht zum Ausschluss der kostenfreien Mitversicherung, etwa wenn wegen des krankheitsbedingten Ausfalls eines Kollegen Mehrarbeit zu leisten ist. Solche Überschreitungen sind zweimal pro Jahr erlaubt.

Ansonsten bestehen in einem solchen Minijob - ob bei einem fremden Arbeitgeber oder beim Ehepartner, bleibt sich gleich - dieselben arbeitsrechtlichen Ansprüche. Das bedeutet unter anderem:

· Bezahlter Erholungsurlaub für mindestens vier Wochen pro Jahr. Längerer Urlaub steht zu, wenn die übrigen vergleichbaren Beschäftigten - je nach Alter und Betriebszugehörigkeit - länger Urlaub machen dürfen.

· Bezahlung der gesetzlichen Feiertage, sofern sie auf einen normalen Arbeitstag fallen.

· Bis zu sechs Wochen Fortzahlung des Arbeitsverdienstes im Falle von Arbeitsunfähigkeit - und das für jeden Krankheitsfall. (Tritt mehrfach dasselbe Leiden auf, darf der Arbeitgeber „zusammenrechnen" und gegebenenfalls eine Zeit mit der Lohnfortzahlung aussetzen. Die Krankenkassen beraten.)

· Anspruch auf Sonderzahlungen, etwa auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld - wie im Betrieb üblich.

· Mutterschaftsfristen vor und nach einer Niederkunft sowie Anrecht auf Elterngeld bis zu einem Jahr und bis zu drei Jahre auf Elternzeit ohne Arbeitsverpflichtung.

· Gesetzliche Unfallversicherung auf Firmenkosten, falls während der Arbeit oder auf einem Arbeitsweg „etwas passiert".

· Gleiche Kündigungsfristen wie sie für die Vollbeschäftigten maßgebend sind. (Wolfgang Büser/dpp)