NABU: Segel und Anker hoch - für Meere ohne Plastik

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NABU: Segel und Anker hoch - für Meere ohne Plastik. Foto: NABU/ dpp

Mit einer einwöchigen Segeltour entlang der deutschen Ostseeküste will der NABU auf das Müllproblem in den Meeren aufmerksam machen. Zum Start der Reise wurden am heutigen Samstag in Burgstaaken auf Fehmarn die Segel gesetzt. Im Mittelpunkt der Reise steht der Dialog mit Küstenkommunen, lokalen Akteuren und NABU-Partnern. Gemeinsam sollen Ideen und Konzepte entwickelt werden, um den Mülleintrag in die Meere zu drosseln. Geplant sind Workshops und Fachgespräche auf See sowie Informationsveranstaltungen in den Häfen und Strandreinigungsaktionen.

Die Reise ist Teil des Projekts „Regionale Maßnahmen gegen Müll in Nord- und Ostsee" und wird mit Mitteln des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesumweltministeriums unterstützt.

„Ein Großteil des Mülls im Meer kommt vom Land und gerät über Flüsse und Abwässer ins Meer. Auch der Abfall an den Stränden ist ein Problem. Zigarettenkippen, Kronkorken, Einwegbecher und verwehte Plastiktüten gehören nicht ins Meer und sind gefährlich für viele Meeresbewohner. Betroffen sind hier auch die Küstenkommunen, die viel Geld für die Reinigung ihrer Strände ausgeben müssen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Dialogreise solle dazu beitragen, Ideen zur Müllvermeidung an den Küsten voranzutreiben, damit die Meeresnatur zu schützen und die Kommunen auf Dauer finanziell zu entlasten.

Mit dem Auftakt der Segeltour gegen Müll im Meer in Burgstaaken kehrt der NABU an den Geburtsort seines Projektes „Meere ohne Plastik" zurück. Hier wurde 2011 der erste Fishing-for-Litter-Hafen auf Initiative des NABU etabliert. Dort können Fischer ihren im Meer gefischten Müll in bereitgestellten Containern entsorgen. Dieser Müll wird vom NABU analysiert. Auf Fehmarn unterstützt der NABU auch das Engagement des Umweltrates gegen Plastikabfälle auf der beliebten Ostseeinsel.

„Effektive Maßnahmen, die unter anderem die weitere Vermüllung der Meere verhindern sollen, sind auch ein wichtiges Element der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Deren Ziel ist ein guter Umweltzustand der europäischen Meere bis 2020. Will man dieses ambitionierte Ziel erreichen, ist es höchste Zeit für gute Ideen und flächendeckende Maßnahmen zur Vermeidung des Mülleintrags ins Meer", sagte NABU-Meeresschutzexperte Nils Möllmann.

In der Nordsee liegen schätzungsweise 600.000 Kubikmeter Müll am Grund. An den Stränden der Nordsee wird seit 2001 der Müll systematisch untersucht. Im niederländisch-deutschen Wattenmeer liegen auf 100 Metern Küstenlinie im Schnitt 236 Müllteile.

Zur Müllbelastung der Ostsee gibt es bisher nur wenige standardisierte wissenschaftliche Untersuchungen. NABU-eigene Monitorings in den Jahren 2011 bis 2014 zeigten auf Fehmarn eine Müllbelastung von etwa 90 Teilen pro 100 Meter Strandabschnitt sowie fast 200 Teile auf Rügen. Neben Einträgen aus Schifffahrt und Fischerei wird dort ein größerer Teil der Plastikabfälle vom Land eingebracht, zum Beispiel auch durch den Tourismus oder über Flüsse. Bis zu 75 Prozent der Fundstücke sind dabei aus Plastik. (dpp)