Reiserecht: Wer eine Ferienwohnung übers Internet mietet, ist selber schuld...

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Reiserecht: Wer eine Ferienwohnung übers Internet mietet, ist selber schuld. Foto: dpp-AutoReporter

Wer übers Internet eine Ferienwohnung für 14 Tage zu einem Preis von 1.100 Euro bucht, die als "romantisches Landhaus voller Atmosphäre einem Naturparadies mit Meerblick" angepriesen wird, darf an Ort und Stelle nicht gar zu viel erwarten. Das Amtsgericht München jedenfalls lehnte die fristlose Kündigung eines enttäuschten Mieters ab, der unter anderem beanstandet hatte, dass das Objekt "verwahrlost" sei: Gerümpel auf dem Grundstück, alter, verrotteter Herd, spärliche und "zusammengewürfelte" Geschirreinrichtung, ein unbrauchbares Fenster und verschmutzte Bettwäsche. Die Vermieterin überzeugte das Gericht mit der Aussage, dass sie ein "hergerichtetes und gepflegtes Grundstück nicht zugesichert" habe.

Sie sei lediglich mit der Reinigung und Herrichtung der Räume "noch nicht ganz fertig gewesen, was sie aber innerhalb kürzester Zeit hätte erledigen können". Da der Mieter der Mieterin keine Frist für die Behebung der Mängel gesetzt habe, blieb er auf seinen Kosten sitzen, zumal "insbesondere der günstige Mietpreis zu berücksichtigen" - und allgemein bekannt sei, dass Ferienwohnungen durch häufigen Mieterwechsel grundsätzlich einer stärkeren Abnutzung unterlägen als normaler Wohnraum - und gerade in südlichen Ländern (hier: Italien) nicht derselbe Standard erwartet werden könne wie hierzulande. (AmG München, 413 C 8060/13) (Wolfgang Büser/dpp-AutoReporter)