Schloss Dyck Classic Days: Legendäre Rennwagen von Alfa, Abarth, Fiat und Lancia

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Lancia Grand Prix-Renner D50 von 1955 als Stargast. Foto: FCA/dpp-AutoReporter

Mit mehr als einem Dutzend Fahrzeugen beteiligt sich Fiat Group Automobiles an den Schloss Dyck Classic Days (1. bis 3. August 2014). Historische Renn- und Sportwagen von Alfa Romeo, Abarth, Fiat und Lancia starten bei den „Racing Legends" und bei den Sonderläufen rund um das malerische Wasserschloss in der Nähe von Mönchengladbach.

Darüber hinaus erwarten die Besucher der größten Klassikerveranstaltung im Westen Deutschlands aktuelle Modelle wie das Kohlefaser-Coupé Alfa Romeo 4C oder die pfiffige Familienlimousine Fiat 500L. Zum ersten Mal in Deutschland in Aktion bewundern können die Fans außerdem den neuen Abarth 695 biposto, das spektakulärste Serienauto aller Zeiten aus der legendären PS-Schmiede.

In den Sonderläufen „Alfa Romeo" am Samstag und Sonntag sind vier besondere Schmuckstücke aus der über 100-jährigen Geschichte der Marke zu sehen. Der Tipo 750 Competizione wurde 1955 für die kleine Hubraumklasse bei Sportwagen-Rennen im Teamwork zwischen Alfa Romeo (Motor), Abarth (Chassis) und Boano (Karosserie) entwickelt. Sein 1,5-Liter-Vierzylinder macht sich durch eine eindrucksvolle Klangkulisse bemerkbar, wurde aber letztlich nicht bei Rennen eingesetzt - von dem 690 Kilogramm leichten Spider wurden nur zwei Prototypen gebaut.

Ebenfalls aus dem werkseigenen Museo Storico stammt ein Alfa Romeo Giulietta Sprint Zagato, eine Rennversion aus der Baureihe, die 2014 ihren 60. Geburtstag feiert. Die Kombination des verkürzten Chassis vom Giulietta Spider, des serienmäßig 100 PS starken 1,3-Liter-Motor aus dem Giulietta Sprint Veloce und der Aluminium-Karosserie von Zagato ergab ein in seiner Hubraumklasse fast unschlagbares Rennauto. Auf Schloss Dyck ist eines der besonders seltenen Exemplare mit aerodynamisch optimiertem Heck („coda tronca") zu sehen.

Veredler-Legende Carlo Abarth ist der Vater eines äußerst seltenen Coupé auf Basis des Fiat 600. Er entlockte dem 1.000-Kubikzentimeter-Motor mit nur einer Nockenwelle - daraus entstanden die Namensbestandteile MILLE und MONO - stolze 60 PS. Damit erreichte der Abarth 1000 Monomille bis zu 180 km/h. Beccaris fertigte dazu eine eng anliegende Karosserie aus Aluminium, auf Wunsch wurde auf Stoßstangen einfach verzichtet. Mit einem Preis deutlich über dem eines Porsche 365 gehörte der Abarth 1000 Monomille Anfang der 1960er Jahre eindeutig zu den Traumwagen.

Einen ganz besonderen Rennwagen schickt Lancia aus der eigenen Sammlung auf den Rundkurs auf dem Gelände von Schloss Dyck - den Grand-Prix-Boliden D50 von 1955. Der Lancia D50 war seiner Zeit weit voraus. Beispielsweise wurde der vorne liegende 2,5-Liter-V8 als tragendes Element verwendet. Die bei Konkurrenten im Heck liegenden Tanks für Benzin, Öl und Wasser verlagerte Ingenieur Vittorio Jano beidseits zwischen die Räder. Damit wurden ebenso Schwerpunkt und Fahrverhalten stark verbessert wie mit dem versetzt angeordneten Motor, der ein tiefer liegendes Cockpit ermöglichte. Der Lancia D50, der auf Schloss Dyck einen der extrem seltenen öffentlichen Auftritte erlebt, wurde unter anderem in der WM-Saison 1955 von Louis Chiron beim Großen Preis von Monaco gefahren. Luigi Villoresi bestritt mit diesem Renner außerdem einige, nicht zur Weltmeisterschaft gewertete Grand Prix.

Ein nur ein einziges Mal gefertigtes Modell führt die Präsentation von Fiat während der Schloss Dyck Classic Days an. Auf Basis des ohnehin nur in einer kleinen Auflage (114 Stück) gebauten Coupé Fiat 8V stellte die Marke auf dem Turiner Autosalon 1954 eine Studie vor, deren Karosserie aus dem zu dieser Zeit revolutionären Material Fiberglass gefertigt wurde. Unter der Haube sorgt ein Zweiliter-Achtzylinder in V-Form - italienisch „otto vu" oder eben 8V - für unvergleichlichen Sound. (dpp-AutoReporter/hhg)