Sicherheitstipps: Vorsicht, Unfallgefahr mit dem Quad!

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Sicherheitstipps: Vorsicht, Unfallgefahr mit dem Quad! Foto: ERGO/dpp-AutoReporter

Mehr als 150.000 Quads sind inzwischen im deutschen Straßenverkehr unterwegs. Die vierrädrigen Fahrzeuge sind eine Mischung aus offenem Pkw und Motorrad. Mit „Leicht-Kfz bis 45 km/h"-Modellen können bereits 16-Jährige durch die Straßen düsen. „Denn von der Einstufung bei der Zulassung hängt es ab, mit welcher Führerscheinklasse Quads gefahren werden dürfen", erläutert Kfz-Experte Frank Mauelshagen von ERGO.

Für bestimmte größere Quads benötigen Fahrer eine Fahrerlaubnis der Klasse B für Pkw. Daneben tummelt sich noch eine weitere Quad-Gattung, die als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine gilt, auf der Straße. Wer hier ans Steuer möchte, braucht zwingend einen Führerschein der Klasse L beziehungsweise T. Quads gelten als Fahrzeuge mit erhöhter Betriebsgefahr. Denn statistisch gesehen ist das Risiko, bei einem Unfall schwer verletzt oder getötet zu werden, mit einem Quad zehnmal so hoch wie mit einem Auto. Der Grund: Quads sind in der Regel weder mit Servolenkung noch mit einem Differenzialgetriebe ausgestattet. Die anspruchsvolle Bedienung ist auch dafür verantwortlich, dass rund 85 Prozent der Unfälle von Quad-Fahrern selbst verschuldet sind: „In Kurvenlage kann das Fahrzeug besonders leicht von der Fahrbahn abkommen oder gar kippen", warnt der ERGO Kfz-Experte.

„Auch wenn es voraussichtlich erst ab 2016 Pflicht wird, sollten angehende Quad-Besitzer darauf achten, dass ihre Neuanschaffung ein Differenzial besitzt. Das verbessert die Lenkbarkeit und Kurvenlage enorm", rät Frank Mauelshagen. Wegen ihres schwer zu beherrschenden Fahrverhaltens sind Quads für Anfänger sehr gewöhnungsbedürftig. „Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme ist deswegen ein gründliches Fahrtraining. Manche Hersteller bieten sogar kostenlose Einweisungskurse an", empfiehlt der ERGO Unfallexperte Rudolf Kayser. Sicherer unterwegs ist außerdem, wer neben einem Helm auch Motorradkleidung mit Protektoren und Handschuhe trägt. „Auf einen privaten Unfallschutz, wie beispielsweise eine Fahrer-Unfallschutz-Versicherung, sollte kein Quad-Fahrer verzichten. Sie bietet umfangreiche Hilfe bei den Folgen von Unfällen mit Kraftfahrzeugen", ergänzt der ERGO Unfallexperte. Ist der Betroffene für längere Zeit nach einem Unfall arbeitsunfähig, mildern einzelne Versicherer die finanziellen Einbußen durch sogenannte Überbrückungsleistungen ab. Und bleibt eine dauerhafte Beeinträchtigung zurück, so bekommt der Versicherte finanzielle Unterstützung. (dpp-AutoReporter)