BDI-Präsident Grillo fordert deutlich mehr Investitionen in Verkehrswege

Picture

BDI-Präsident Ulrich Grillo fordert Milliarden-Investitionen in deutsche Verkehrswege. Foto: BDI/dpp-AutoReporter

Nach Ansicht des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) ist Deutschland dabei, seine Verkehrsinfrastruktur zu ruinieren. „Es sind deutlich mehr Investitionen in unsere Verkehrswege erforderlich", sagte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Dienstag in einem Werkstattgespräch des BDI mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin. Die Koalition müsse ihrer Verantwortung für die Bundesverkehrswege gerecht werden.

Die zusätzlichen fünf Milliarden Euro in dieser Legislaturperiode für die Verkehrsinfrastruktur seien ein erster Schritt, aber mit durchschnittlich 1,25 Milliarden Euro jährlich noch zu wenig. Nötig seien etwa vier Milliarden Euro zusätzlich im Jahr - insgesamt 14 Milliarden Euro jährlich. Auch die kommunale Verkehrsinfrastruktur ist laut BDI in einem desolaten Zustand. Deshalb seien weitere 16 Milliarden Euro notwendig allein für die kommunalen Straßenbrücken bis 2030 - zusätzlich eine gute Milliarde Euro pro Jahr.

„Kluge Politik bedenkt schon in der Gegenwart die Zukunft und kümmert sich um Investitionen. Alles andere ist fahrlässig", kritisierte Grillo. Ein Blick über die Grenzen zeige, dass es besser geht: Während andere europäische Staaten mit ähnlichen Wirtschafts- und Verkehrsstrukturen im Jahr durchschnittlich 226 Euro pro Bürger beispielsweise in Straßen und Brücken investieren, sind es in Deutschland gerade einmal 142 Euro - und damit 37 Prozent weniger.

Grillo forderte einen ehrgeizigen Politikansatz für eine starke Verkehrsinfrastruktur: mehr Investitionen, über das Jahr hinaus verlässliche Mittel, klare Prioritäten nach volkswirtschaftlichem Nutzen und eine bessere, frühere Bürgerbeteiligung. (dpp-AutoReporter/wpr)