Test: Skoda Yeti 4x4 – Der Feine auch fürs Grobe

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Skoda Yeti 4x4. Foto: dpp-AutoReporter

Solide, zuverlässig und preiswert. Mit diesen Attributen verschaffte sich Skoda seinen Ruf, für Sparfüchse und Menschen, denen das problemlose Vorwärtskommen wichtiger als Prestige ist, die richtige Adresse zu sein. Eine Philosophie, die die tschechische VW-Tochter auch 20009  bei der Einführung ihres ersten Kompakt-SUVs, dem Yeti, konsequent weiter verfolgte. Nur der vom mystischen Fabelwesen aus dem Himalaya geborgte Name versprühte ein wenig Extravaganz. Ansonsten gab sich der Allradler bewusst bodenständig und glänzte - typisch für Skoda eben - mit hohem Nutzwert. Eine Grundeigenschaft, die bei dem jetzt grundlegend überarbeiteten Modell natürlich beibehalten wurde

Der fast kantig modellierte Yeti dürfte zwar trotz neuer Front und neuem Heck nach wie vor keinen renommierten Design-Preis erringen, wirkt jedoch auch dank der neuen Leuchtengrafik und stärker ausgeformter Radhäuser freundlich und dynamisch. Die unterhalb der Front, an den Seiten und am Heck angebrachte Kunststoffverkleidung, die das Blech vor Beschädigungen beim Ausritt ins Gelände schützt, erzeugt zudem Off Road-Look, ohne übertrieben zu wirken. Die erstmals angebotene Outdoor-Variante unterscheidet sich dabei gegenüber dem Stadt-Yeti dadurch, dass diese Teile in schwarz gehalten sind. Das sieht schon recht urig aus.

Straff und dennoch komfortabel abgestimmtes Fahrwerk
Doch nicht nur optisch, auch im Fahrbetrieb enttäuscht der Yeti nicht. Alle zur Verfügung stehenden Turbo-Triebwerke verfügen dank eines frühzeitig zur Verfügung stehenden hohen Drehmoments nicht nur auf Autobahn und Landstraße über genügend Durchzugskraft, sondern erweisen sich ebenso im Stadtverkehr als recht agil. Und wenn man denn will, wird aus dem Schneemenschen auch ein Kurvenflitzer mit geringen Wankbewegungen. Möglich macht dies das straff und dennoch komfortabel ausgelegte Fahrwerk, das sauber auf das Triebwerk abgestimmte Sechsgang-Getriebe und eine direkte Lenkung.

Doch der Allradler fährt sich nicht nur auf befestigten Straßen angenehm, sondern ist bei einer Bodenfreiheit von 18 Zentimetern ebenso in bis zu mittelschwerem Gelände ebenso in seinem Element. Zum Einsatz kommt eine Haldex-Kupplung der fünften Generation. Dabei handelt es sich um eine elektronisch gesteuerte Lamellen-Kupplung handelt, die bei Bedarf dafür sorgt, dass die Hinterachse komplett zugeschaltet wird.

Moderner Allard-Antrieb
Ein Steuergerät berechnet dabei permanent das ideale Antriebsmoment für die Hinterachse. Dazu werden Parameter wir Motordrehzahl, Gaspedalposition, Raddrehzahl oder Lenkwinkel sowie Daten der Quer- und Längsbeschleunigung des Fahrzeugs ausgewertet. Auf Basis des so ermittelten fahrdynamischen Zustands erfolgt die Einstellung des Drehmoments an der Hinterachse. Selbst wenn man auf rutschigem Untergrund schnell anfährt oder beschleunigt , drehen die Räder in der Regel nicht durch.

Für zusätzliche Fahrstabilität sorgt  die Elektronische Differenzialsperre (EDS). Dreht ein Rad durch, dann bremst EDS dieses gezielt ab und sorgt für eine Kraftübertragung zu dem besser greifenden Rad. Ein Bergabfahrt-Assistent garantiert zudem selbst bei starkem Gefälle ein konstantes Tempo, wobei der Fahrer sich vollständig auf die richtige Spur konzentrieren kann. Das reicht nicht nur für die Bewältigung von verschlammten Waldwegen und Schotterpisten, sondern selbst für extreme Gefälle. Derlei abenteuerliche Touren werden die wenigsten Yeti-Fahrer häufig unternehmen, doch zumindest in hügeligen oder gar bergigen Regionen hat der Allrad-Antrieb seine unbestrittenen Vorteile. Auch wenn man dafür beim Yeti zusätzlich 1.800 Euro berappen muss. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)