Test: Skoda Yeti – Alles andere als ein Fabelwesen

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Ob der Yeti wirklich ein von keinem Menschen gesehenes zweibeiniges Fabelwesen ist, von dem man im Himalaya in über 5000 Meter Höhe lediglich bis zu 43 Zentimeter lange Fußspuren entdeckt hat, oder doch nur ein besonders groß gewachsenes Exemplar des scheuen tibetischen Braunbären ist - darüber streiten Zoologen ergebnisoffen seit Jahrzehnten. Keine Geheimnisse gibt es dagegen um einen anderen Yeti, der seit 2009 unter seinem Familien-Namen Skoda sich auf unseren Straßen tummelt und schnell zu einem der beliebtesten Kompakt-SUVs wurde. Im Dezember steht  die gründlich überarbeitete Version bei den Händlern.

Erstmals dann auch in zwei Varianten: als elegant gestylter Yeti für die Stadt und als auf Gelände und Abenteuer getrimmter Yeti Outdoor. Beide zeichnen eine neue Front und ein neues Heck, frisches Interieur und neue ‚Simply Clever'-Lösungen aus. Eine wesentliche Differenzierung: Front- und Heck-Elemente wie Stoßfänger, Unterfahrschutz, Seitenleisten und Türschweller sind entweder in Wagenfarbe oder - beim Yeti Outdoor - in schwarzem Kunststoff gehalten. Dieser Yeti fürs Gelände hat serienmäßig silberfarbige Außenspiegel.

Die neuen Fahrzeugfronten beider Varianten sind jetzt horizontal stärker betont und bestechen mit markantem Grill und neu gestalteten Scheinwerfern - erstmals optional als Bi-Xenon Scheinwerfer mit integriertem LED-Tagfahrlicht. Die vorderen Nebelscheinwerfer sind gemäß der neuen Designsprache rechteckig und befinden sich jetzt weiter unten in den vorderen Stoßfängern. Das neue Heck des Yeti erhält eine klare Aufteilung. Dazu gehören die neue Form der Heckklappe mit markanten Heckleuchten im präzise ausgeformten C-Design, optional als LEDs, und gemäß der neuen Optik zwei kubistische Dreieckselemente sowie das neue Skoda Logo.

Erstmals gibt es im Yeti die neueste Generation des Parklenkassistenten. Mit dem neuen System parkt der Yeti rückwärts längs und quer automatisch ein und aus Längslücken automatisch aus. Ebenfalls Premiere feiert das schlüssellose Zugangs- und Start-Stopp-System KESSY. Die Technologie ermöglicht das automatische Öffnen, Verriegeln sowie Starten des Fahrzeugs, ohne dass der Schlüssel ins Zündschloss geführt werden muss.

Der überarbeitete Yeti erhält vier neue ‚Simply Clever'-Lösungen. Neu ist die Kofferraumwendematte, die sich bereits in anderen Modellen bewährt hat. Zudem gibt es eine herausnehmbare LED-Leuchte im Kofferraum, den Warnwestenhalter unter dem Fahrersitz und den Abfallbehälter in der Seitentür des Yeti. Neben den neuen Features bietet der Yeti auf Wunsch weiterhin alle bereits heute bekannten Komfort-Ausstattungen. Dazu gehören unter anderem das riesige Panorama-Glasschiebedach, die moderne Zweizonen-Klimaanlage ‚Climatronic‘, Sitzheizung, eine Geschwindigkeitsregelanlage, die beheizbare Frontscheibe oder der elektrisch einstellbare Fahrersitz.

Ein Highlight ist und bleibt das ‚VarioFlex‘-Rücksitzsystem des Yeti. Es bietet eine einzigartige Innenraum-Variabilität. Dabei können die drei Rücksitze einzeln umgeklappt oder herausgenommen werden. Die äußeren Sitze kann man bei herausgenommenem Mittelsitz längs wie quer verschieben. Im Handumdrehen wird der Yeti vom Fünf- zum Viersitzer mit entsprechend viel Platz für die Fondpassagiere.

Für den Antrieb stehen vier Diesel- und drei Benzinmotoren zur Wahl, alle turboaufgeladen und mit Direkteinspritzung. Das Leistungsspektrum reicht vom 1,2 TSI mit 77 kW/105 PS bis zum 2,0 TDI mit 125 kW/170 PS. Je nach Motorisierung kommt ein Front- oder Allradantrieb mit Haldex-Kupplung der fünften Generation zum Einsatz. Als Automatikgetriebe nutzt der Yeti ausschließlich moderne Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

In puncto Sicherheit zeigt sich der Yeti kompromisslos. Dafür erhielt der Kompakt-SUV bereits 2009 die Bestwertung von fünf Sternen im Euro-NCAP-Crashtest. Die aktive Sicherheit erhöhen ESC (Elektronische Stabilisierungskontrolle) und ABS (Antiblockiersystem) mit Bremsassistent. Diese Systeme gehören in EU-Ländern zur Serienausstattung. Die Nebelscheinwerfer können optional mit Abbiegelicht ausgestattet werden. Neue Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht erhöhen auf Wunsch die Sichtbarkeit des Fahrzeugs und die Ausleuchtung der Straße bei Dunkelheit. Es gibt elektronische Assistenten fürs Berganfahren und Bergabfahren. Außerdem zu haben: die elektronische Reifendrucküberwachung.

In Sachen passive Sicherheit punktet der Yeti mit bis zu neun Airbags. Für die sichere Befestigung von Kindersitzen gibt es Isofix-Halterungen. Drei-Punkt-Sicherheitsgurte, vorne mit Gurtstraffer und Höhenverstellung, und höhenverstellbare Kopfstützen runden das Sicherheitspaket ab. Und da auch die serienmäßige Komfort-Ausstattung üppig ausgefallen ist, besteht kein Grund zur Besorgnis, dass der Skoda Yeti nicht seinen Erfolgsweh fortsetzen sollte. Zumal der Basispreis (1.2 TSI mit 77 kW/105 PS) von 18.990 Euro äußerst attraktiv ist und auch der Einstieg bei den Allrad-Versionen (1,8 TSI) mit 23.590 Euro mehr als fair ist. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)