So wachsen Fahrräder und Kinder

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So wachsen Fahrräder und Kinder. Foto: dpp-AutoReporter

Fahrradfahren liegt im Trend; 65 Prozent der Deutschen wollen laut Angabe des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) 2014 mehr Fahrrad fahren. Das trifft auch auf Familien zu. Bei der Anschaffung eines Fortbewegungsmittels für die Kinder gibt es je nach Alter und Größe verschiedene Geräte und Modelle.

Für Kinder zwischen zwei und vier Jahre gibt es Laufräder in unterschiedlichen Gewichts- und Preisklassen. Sie sehen aus wie ein Fahrrad ohne Pedale und Kette und gelten nicht als Verkehrsmittel, sondern als Spielzeug. Gleiches gilt für Spielfahrräder, die Kinder etwa im Alter von drei Jahren fahren können. Sie haben keine Gangschaltung und meist keine Lichtanlage. Sowohl Laufräder als auch Spielfahrräder sind in der Mobilitätserziehung förderlicher als Fahrräder mit Stützrädern. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und Bundesminister a.D., hierzu: „Im Gegensatz zu einem Fahrrad mit Stützrädern lernen die Kinder auf einem Lauf- oder Spielerad ihr Gleichgewicht auszutarieren und die Balance zu halten. Beim Umstieg auf ein richtiges Fahrrad ist dies ein großer Vorteil, da sie sich dann besser auf das Pedalieren und andere Anforderungen konzentrieren können."

Das erste „Straßenfahrrad" bekommen die meisten Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren - unabhängig vom Alter sollten sie mindestens 115 Zentimeter groß sein. Der Begriff „Straßenfahrrad" ist irreführend, da Kinder laut §2 Abs. 5 der Straßenverkehrsordnung (StVO) bis zum vollendeten achten Lebensjahr auf dem Gehweg fahren müssen; im Alter von neun oder zehn Jahren dürfen sie diesen weiterhin benutzen. Zudem sind Kinder in diesem Alter vom Straßenverkehr oft überfordert. Sie schaffen es beispielsweise frühestens mit acht Jahren, die Abstände und Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer richtig einzuschätzen.

Nach der Grundschule sind die Kinder geübter im Umgang mit dem Fahrrad - 95 Prozent aller Grundschüler haben eine Radfahrausbildung nach den Richtlinien der DVW absolviert und ihr praktisches Können und das theoretische Wissen geschärft. Das heißt aber nicht, dass sie Profis auf dem Fahrrad sind; ihre kognitiven und fahrpraktischen Fähigkeiten entwickeln sich weiterhin. So können beispielsweise erst Kinder am Ende der Grundschulzeit bewusst so handeln, dass mögliche Gefahren gar nicht erst eintreten.

Generell gilt beim Kauf eines Fahrrads für Kinder: Die Sattelhöhe ist richtig eingestellt, wenn das Kind ohne Probleme mit beiden Fußspitzen gleichzeitig den Boden erreichen kann. „Kaufen Sie das Fahrrad nicht auf Zuwachs, denn damit gefährden Sie Ihr Kind", so Bodewig. „Auf einem passenden Fahrrad sitzt Ihr Kinder sicher und bequem und hat Spaß am Fahren." Der Lenker sollte mindestens in gleicher Höhe wie der Sattel montiert sein, besser etwas höher, damit das Kind auf dem Rad aufrecht sitzt. So kann es sich vor dem Abbiegen oder beim Verlassen des Radweges leichter umschauen. Verdickte, abgerundete Lenkerenden beugen Verletzungen bei Stürzen vor und sorgen dafür, dass die Kinderhände nicht abrutschen. Räder mit Rennlenker sind für Grundschulkinder ungeeignet.

Neben der Beleuchtungsanlage und den zwei voneinander unabhängige Bremsen gehört zu jedem Fahrrad eine helltönende Klingel, vorn eine Lampe und ein weißer Reflektor, ein Rücklicht mit Reflektor und ein roter Reflektor hinten sowie vier gelbe Speichenreflektoren - sogenannte Katzenaugen - oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen. Pflicht sind ebenfalls zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale, die mit je zwei Reflektoren ausgestattet sind. (dpp-AutoReporter)