Spurassistenten: Audi top, Flop bei Citroën und Lexus

Picture

Spurassistenten: Audi top, Flop bei Citroën und Lexus. Foto: dpp-AutoReporter

Spurassistenten sind wegen ihrer Lenkeingriffe nicht nur gewöhnungsbedürftig. Einige Assistenten stören sogar und lassen sich nur schwer und kompliziert bedienen. Das ist das Ergebnis eines Tests von sechs Spurassistenten in der neuen Ausgabe der Zeitschrift auto motor und sport. Ein großes Ärgernis: Bei einigen Herstellern gibt es Spurassistenten nur als Teil teurer Aufpreispakete. So kostet das Paket für den Lexus LS, das den Spurassistenten enthält, 8700 Euro Aufpreis. Zum Vergleich: Fahrer der S-Klasse müssen „nur" 2678 Euro zahlen. Am günstigsten kommen die Fahrer des Audi A6 mit 550 Euro Aufpreis davon.

Das günstigste System des Tests im Audi ist mit dem Assistenten in der S-Klasse das Beste. Beim Überfahren von Fahrbahnmarkierungen ohne Blinkzeichen hilft das System durch dezente Lenkeingriffe zurück in die Spur und warnt per Vibrationen im Lenkrad. Der Assistent hält den Audi zudem zuverlässig und ohne Zickzackkurs in der Mitte. Allerdings kosten unerklärliche Aussetzer, bei dem das System bei Überfahren auch gut erkennbarer Linien nicht warnt, eine Abwertung.

Der Assistent in der S-Klasse hat die mit Abstand meisten Funktionen im Test, verfügt über verschiedene Erkennungssysteme für die Fahrbahnmarkierungen und entscheidet dabei selbstständig, welches System aktuell die besten Ergebnisse liefert. Die Lenkeingriffe sind harmonisch, das Auto läuft zuverlässig in der Mitte der Spur. Zudem lenkt die S-Klasse verblüffend lang allein, bis sie den Fahrer auffordert zu übernehmen. Allerdings liegt auch bei der S-Klasse die Erkennungsquote von Markierungen unter 100 Prozent. Dennoch liegen die Systeme von Audi (sehr gut) und Mercedes (gut) klar vorne.

Ein „befriedigend" erreichten die beiden Spurhalteassistenten im Ford Focus und Volvo V40. Den Ford kostete die schlechte Bedienbarkeit eine bessere Bewertung. Während das System gut funktioniert, braucht man beispielsweise 19 Klicks im Bordcomputer-Menü, um die Vibrationsintensität zu verstellen. Im Volvo sind die Lenkeingriffe nicht so harmonisch wie bei den Testsiegern. Deshalb fährt das Auto auch teilweise zickzack.

Mit einem „ausreichend" musste sich Lexus zufrieden geben. Das System ist nicht nur extrem teuer. Zudem greift es beim Abkommen von der Fahrbahn teilweise gar nicht ein, dann zu spät oder zu zaghaft. Nach Korrekturen an der Mittellinie lotste es den LS wiederum teilweise in einem so breiten Winkel Richtung Seitenlinie, dass es mit dem Gegenlenken überfordert war.

Nur „mangelhaft" schnitt das System im Citroën C5 ab. Der Spurhalteassistent verzichtet auf Lenkeingriffe und wird seinem Namen gar nicht gerecht. Vielmehr beschränkt sich der Assistent auf Warnungen des Fahrers. Diese erfolgen aber manchmal ganz ohne Grund, dann zu spät oder gar nicht. (dpp-AutoReporter)