Bremsstaub kann ähnlich gesundheitsschädigend wirken wie Dieselruß

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Bremsstaub kann ähnlich gesundheitsschädigend wirken wie Dieselruß. Foto: Archiv/dpp-AutoReporter

Bremsstaub kann ähnlich gesundheitsschädigend wirken wie Dieselruß. Wie Auto Bild in der neuesten Ausgabe berichtet, birgt das in vielen Bremsbelägen enthaltene Metall Antimon zahlreiche Gesundheitsrisiken, die bisher unterschätzt werden: Aus dem vielfach verwendeten Antimon-Trisulfid entsteht bei großer Hitze das krebserregende Antimon-Trioxid. Während zur Verminderung von Dieselruß weltweit Milliarden in Rußpartikelfilter investiert wurden, scheint die Antimon-Problematik bisher jedoch nicht besonders dringlich. Gegenüber Auto Bild bestätigte Dr. Marcel Langner, Feinstaub-Experte am Umwelt-Bundesamt, dass sich Antimon "sicherlich nicht auf Platz eins in der Feinstaubdebatte" befinde.

Auch die gesundheitliche Belastung durch andere Metalle ist hoch: Barbara Rothen, Professorin an der Universität Fribourg (Schweiz), hat mit einem Forscherteam die Auswirkungen von Bremsstaub auf menschliche Lungenzellen untersucht. In ihrer Arbeit kam sie zu dem Ergebnis, dass insbesondere bei starken Bremsvorgängen "im Vergleich zu anderen Feinstaubquellen viele winzige Nanopartikel freigesetzt werden, unter anderem die Metalle Eisen, Kupfer oder Mangan". Diese feinsten Teilchen führten im Laborversuch bei kultivierten Lungenzellen zu Stress und Entzündungen.

Die Erfindung eines Staubfilters hat die Debatte um giftigen Bremsabrieb wieder angestoßen: Ein französischer Zulieferer hat einen mechanischen Filter vorgestellt, der den Staub direkt am Ort seines Entstehens absaugt. Darüber hinaus haben einzelne Autohersteller schon Konsequenzen gezogen und Antimon als Schadstoff identifiziert. Ein VW-Sprecher gab Auto Bil dgegenüber an, dass bei 95 Prozent der aktuellen Fahrzeugflotte antimonfreie Bremsen eingebaut seien. (dpp-Autoreporter)