Millionenumsatz mit Ersatzteil-Hehlerei bei Ebay

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Schwierig ist es reguläre von gestohlenen Auto-Ersatzteile zu unterscheiden. Screenshot: dpp-AutoReporter

Der Internet-Handel mit gestohlenen Auto-Ersatzteilen wächst immer stärker. Wie Auto Bild in der neuesten Ausgabe berichtet, haben mehrere Stichproben bei dem Internet-Auktionshaus Ebay zu gestohlenen Ersatzteilen geführt. In einem Fall gab sich ein Auto Bild-Reporter bei der Recherche als Taxi-Unternehmer aus. Er kontaktiert einen Mann aus Österreich, dem die Polizei bereits seit längerem den Handel mit gestohlenen Autoteilen vorwirft und der sich mittlerweile nach Südostasien abgesetzt hat. Bis zu seiner Flucht im Dezember 2013 soll er mit Hehlerware laut Ermittlungsakte einen Umsatz von etwa 2,9 Millionen Euro erzielt haben. Seine Geschäfte wickelte der Mann über die Auktions-Plattform ab - auch nach seiner Flucht noch.

"Es hat etwa sechs Wochen gedauert, bis Ebay das erste Benutzerkonto gesperrt hat, dabei hatten wir einen Haftbefehl und einen Untersuchungsbeschluss in der Hand", sagt Andreas Kummer, Leiter der "Soko Kfz" in Eisenstadt (Österreich). Nach der Flucht setzte der Mann seine Geschäfte einfach mit einem neuen Ebay-Account fort. Dieser ist mittlerweile zwar wieder gesperrt, allerdings ist der Hehler weiterhin auf anderen Online-Marktplätzen aktiv. Ein Sprecher von Ebay räumte Sicherheitsprobleme ein: "Ein interner Fehler, den wir bedauern. Das entspricht in keiner Weise dem Anspruch, den wir selbst an unsere Arbeit stellen." Immerhin: Nach den AUTO BILD-Ermittlungen konnte ein Helfer des Mannes zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Auch bei einigen weiteren Stichproben konnte die Zeitschrift die angebotenen Teile anhand ihrer Seriennummern als gestohlen identifizieren.

Besonders gestohlene Motoren verkaufen sich gut. Ein Mechaniker erklärt gegenüber Auto Bild die Vorgehensweise bei der "Motorwäsche": "Immer wenn ein Sprinter fünf neue Motoren in die Firma brachte, hat er fünf Schrottmotoren mitgenommen. Die Nummern dieser kaputten, aber legalen Aggregate hat der Lieferant später in die gestohlene Ware eingraviert, die heiße Ware so gewaschen", sagt der Insider. Gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber läuft derzeit ein Strafprozess. Er soll mit den gestohlenen Teilen einen Umsatz von 4,7 Millionen Euro erzielt haben. Die Polizei fand in seinem Besitz unter anderem 500 Motoren, 700 Getriebe und drei komplette Porsche. (dpp-AutoReporter)