30 Jahre Volvo 740: Coole Kanten

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30 Jahre Volvo 740 – Langzeitqualität und Design wie ein Ziegelstein. Foto: Volvo/ dpp-AutoReporter

Sie gehören noch immer zum Straßenbild, obwohl gerade die ersten Volvo 740 durch das H-Kennzeichen zum Oldtimer geadelt werden. Tatsächlich zählen die robusten Limousinen und Kombis der 1984 eingeführten schwedischen Oberklasse-Reihe in Zuverlässigkeitsrankings zu den besten Autos aller Zeiten. Die dafür notwendige Langlebigkeit garantierten verzinkte Stahlbleche und das innovative Produktionsverfahren im Volvo Werk Torslanda bei Göteborg. Über 100 Industrieroboter machten die weitgehend automatisierte Fabrik zum damals modernsten Automobilwerk der Welt. Während die Stufenheck-Limousine mit markanten skandinavischen Formen Designgeschichte schrieb, setzte der Volvo 740 Kombi auf Vielseitigkeit. Bei den Sicherheitstechniken fuhr der Volvo 740 seiner Zeit so weit voraus, dass er noch im sechsten Produktionsjahr den Preis als „Sicherstes Fahrzeug überhaupt" erhielt.

Die gänzlich neue Reihe, bestehend aus dem luxuriösen Volvo 760 und dem Anfang 1984 präsentierten, preiswerteren Volvo 740 zeigte sich in noch kantigeren Linien als ihre legendären Vorgänger, die Volvo 240/260. Über eine Million Einheiten der schwedischen Siebener wurden bis 1992 verkauft.

Volvo-Stardesigner Jan Wilsgaard entwarf mit einem strengen Grundlinienmuster aus eckiger Front- und Heckgestaltung und steilem Rückfenster den „schwedischen Ziegelstein", wie der große Volvo auf dem Hauptmarkt USA genannt wurde. Die Volvo Kombi waren erstmals fast genauso komfortabel und boten nahezu identische Fahrdynamik wie die Limousinen. Erst beim Blick in den Rückspiegel sollte der Fahrer erkennen, dass er einen Kombi beschleunigte.

Effizienz und Leichtbau in der Oberklasse, auch hier war Volvo führend wie die Volvo 700 Modelle bewiesen. Bis zu 100 Kilogramm Gewicht konnten gegenüber dem Vorgänger eingespart werden. Dies trotz der Vorreiterrolle bei der Einführung des geregelten Drei-Wege-Katalysators und bis zu 147 kW (200 PS) starker Motoren mit neuer Turbo- oder 16-Ventiltechnik. Nicht zu vergessen: der sparsame Sechszylinder-Turbodiesel, mit dem der Volvo 740 zu den schnellsten Serien-Selbstzündern zählte.

Die bis zum Produktionsende andauernde Verleihung von Sicherheitspreisen an den Volvo 740 war das Ergebnis international anerkannter Sicherheitsinnovationen. Dazu zählten in der Volvo 700-Familie ABS ebenso wie ein elektronisches Traktionskontrollsystem oder ein in der Rückenlehne des Fond-Mittelplatzes integrierter Kindersitz, aber auch spektakuläre Aktionen. So hängte Volvo eine 740 GL Limousine nur an der B-Säule auf, während unter dem Auto ein Mensch lag. Die B-Säule hielt, wie überhaupt die ganze Fahrgastzelle rekordverdächtig stabil war.

Modellpflegemaßnahmen hielten den Volvo 740 frisch, sodass er noch zwei Jahre parallel zum 1990 eingeführten Nachfolger Volvo 940 angeboten wurde. Zwischenzeitlich gab es den Volvo 740 auch Chauffeurlimousinen mit langem Radstand - beliebt etwa bei „DDR"-Kadern - und bis zu sechs Türen. (dpp-AutoReporter)