Kinder konsequent sichern - auch auf Kurzstrecken

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Wenn es im Cabrio nur zwei Sitze gibt, dürfen auch nur zwei Personen mitfahren. Kinder oder Erwachsene auf der Verdeck-Abdeckung sind absolut verboten! Foto: dpp-AutoReporter

Autofahrer sind verpflichtet, Kinder im Auto auch auf Kurzstrecken richtig zu sichern, erinnern die Unfallsachverständigen von DEKRA. „Ungesichert dürfen Kinder ebenso wenig wie Erwachsene keinen Meter fahren. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme, auch dann nicht, wenn das Kind nur um die Ecke in die Schule oder in den Kindergarten gebracht wird", sagt Thomas Gut, Unfallexperte bei DEKRA.

Keinen Gefallen tun sich Eltern, wenn sie, sei es aus Zeitmangel oder falsch verstandener Rücksichtnahme, beim Sichern von Kindern Ausnahmen erlauben. „Wer es an der nötigen Konsequenz fehlen lässt, muss über kurz oder lang mit Diskussionen und Quengelei rechnen." Kinder müssten sich daran gewöhnen, bei jeder Fahrt Kindersitz bzw. Sicherheitsgurt zu benutzen, und zwar ohne Ausnahme. Dazu gehöre auch, dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen und ebenfalls bei jeder noch so kurzen Fahrt den Sicherheitsgurt anlegen. Andernfalls werde ihre Inkonsequenz postwendend von den Kindern zurück gespiegelt.

Genauso wichtig ist es, alle im Auto mitfahrenden Kinder zu sichern. Fühlten sich einzelne Kinder auf längeren Fahrten im Kindersitz oder Gurt nicht mehr wohl, so der Experte, dürfe es auch hier keine Sonderregel geben. Es sei vielmehr ein Zeichen, dass es Zeit für eine Pause wird, bei der sich die Kinder bewegen können. „Wer zulässt, dass die Kids auf den Rücksitzen herumturnen oder sich zwischen die Vordersitzlehnen stellen, setzt sie einer hohen Verletzungsgefahr aus", sagt Gut.

Bei einem Unfall werden ungesicherte Kinder mit dem Vielfachen ihres Körpergewichts nach vorn geschleudert. Beim Anprall an die Sitzlehnen der Vordersitze oder die vorn sitzenden Mitfahrer drohen schwere oder gar tödliche Verletzungen. Mit schlimmsten Folgen ist zum Beispiel zu rechnen, wenn die Kinder in der Mitte durch die Scheibe nach außen geschleudert werden. Bei einem tragischen Unfall verlor eine Mutter, die selbst den Sicherheitsgurt angelegt hatte, auf diese Weise ihre drei Kinder. Alle drei fuhren ungesichert auf den Rücksitzen mit.

DEKRA weist auch darauf hin, dass es auf eine altersgerechte Sicherung von Kindern ankommt. Der Flyer „Gute Fahrt mit dem richtigen Kindersitz" (www.dekra.de, Rubrik Ratgeber) bietet eine Übersicht, mit welchen Kindersitzen oder Babyschalen Kinder je nach Alter und Gewicht gesichert werden müssen. Eine geeignete Sicherung ist für Kinder bis 12 Jahren oder einer Körpergröße bis 1,50 Meter vorgeschrieben. Es ist darauf zu achten, dass der Dreipunktgurt jedes Mal an Becken und Brust gut gestrafft wird und so eingestellt ist, dass er nicht direkt am Hals verläuft. DEKRA empfiehlt, beim Autokauf ein Fahrzeug mit normierten Befestigungspunkten für Kindersicherungssysteme zu bevorzugen. (dpp-AutoReporter)