Ein Sturz auf einem nicht gestreuten Bürgersteig muss nicht "mitverschuldet" sein

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Ein Sturz auf einem nicht gestreuten Bürgersteig muss nicht "mitverschuldet" sein. Foto: dpp

Auch wenn ein Bürgersteig vor einem Haus "erkennbar nicht gestreut" ist, muss einer Fußgängerin nicht automatisch ein Mitverschulden angerechnet werden, wenn sie auf einer vom Schnee bedeckten Eisplatte ausrutscht und sich verletzt. Dies gilt dann nicht, wenn für sie "keine gefahrlose Alternative" gegeben war. (Hier sei es der Frau nicht zuzumuten gewesen, auf die Straße auszuweichen, und auch dürfe man ihr nicht vorwerfen, bei der vorhandenen Witterung "überhaupt das Haus verlassen zu haben". Schließlich habe sie mit einer unter dem Schnee befindlichen Eisplatte nicht unbedingt rechnen müssen.) (Brandenburgisches OLG, 6 U 95/12) (dpp)