1. Dezember Welt Aids Tag: Aufklärung schützt vor Übertragung des HI-Virus

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In Deutschland leben rund 78.000 Menschen mit der Immunschwächekrankheit Aids. Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Neuinfektionen mit 3.400 einen neuen Höchststand. Nach wie vor gibt es große Wissenslücken; gerade Jugendliche schätzen die Risiken oft falsch ein. Am häufigsten kommt es bei ungeschütztem Sex zu Infektionen. „HIV überträgt sich über Blut, Sperma und Scheidenflüssigkeit sowie beim intensiven Kontakt zwischen Schleimhäuten - auch, wenn keine Verletzungen vorhanden sind", erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Deswegen bestehen die Risiken bei analem wie vaginalem Verkehr. Beim Oralverkehr ist eine Ansteckung weniger wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen." Unangebracht ist dagegen die Sorge beim Küssen - eine Übertragung von HI-Viren über den Speichel ist ausgeschlossen.

Bei Bluttransfusionen sowie beim Tätowieren und Piercen sind Infektionen möglich. „In Deutschland droht jedoch wegen der hiesigen Hygienestandards dabei eher keine Gefahr", beruhigt der DKV Experte. Wer wechselnde Sexualpartner hat, sollte niemals auf Kondome verzichten. „Nur Kondome mit CE-Kennzeichnung entsprechen den Qualitätsstandards", erklärt Dr. Wolfgang Reuter. Zwar gibt es inzwischen Medikamente, die den Krankheitsverlauf verzögern und die Lebenserwartung deutlich verlängern. Doch ein Heilmittel oder eine Schutzimpfung sind nach wie vor nicht in Sicht. Daher ist es am besten, frisch Verliebte lassen einen HIV-Test machen, bevor sie miteinander schlafen. Der Rat von Dr. Wolfgang Reuter: „Die Gesundheitsämter bieten HIV-Tests meistens kostenlos und anonym an." (dpp)