Geknackte Tür lässt auf Einbruch schließen, aber...

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Geknackte Tür lässt auf Einbruch schließen, aber... Foto: dpp

Ein Hauseigentümer hatte bei seiner Hausratversicherung einen Einbruch gemeldet, bei dem Wertgegenstände und Bargeld in Höhe von rund 20.000 Euro gestohlen worden sein sollen. Als sich ein Zeuge jedoch bei der Frage in Widersprüche verstrickte, ob sich die benannten Beträge beziehungsweise Wertgegenstände tatsächlich im Haus befunden hatten, verweigerte der Versicherer die Regulierung des Schadens. Auch die Reparaturkosten in Höhe von 1.900 Euro für die beschädigte Haustür wollte das Unternehmen nicht bezahlen, konnte sich damit aber vor Gericht nicht durchsetzen.

Aus dem von der Polizei erstellten Bericht gehe nämlich eindeutig hervor, dass die Tür aufgebrochen wurde. In Ergänzung zu den durchwühlten Schränken ergäben sich somit typische Spuren, wie sie bei einem Wohnungseinbruch vorzufinden seien. Das Gericht: "Selbst wenn (...) wegen eines behaupteten Einbruchdiebstahls nicht feststeht, ob überhaupt und wenn ja, welche konkreten Gegenstände entwendet wurden, kann der Versicherer dennoch für die Beschädigung einer Eingangstür wegen eines versuchten Einbruchsdiebstahls einstandspflichtig sein." (OLG Naumburg, 4 U 99/11) Wolfgang Büser/dpp