Nebel: Tempo runter, Abstand halten und Licht an!

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Wenn Nebelschwaden die Sicht trüben, heißt es für Autofahrer: Fuß vom Gas, Abstand halten und Licht einschalten. Hier ein paar Hinweise der Sachverständigen von DEKRA, damit Autofahrer sicher durch die „dicke Suppe" kommen.

Tempo anpassen. „Bei Nebel sieht man noch schlechter als bei Dunkelheit", sagt Unfallforscher Jens König von DEKRA. „Wenn der Straßenrand kaum noch zu sehen ist, gehen teilweise die Orientierung und das Gefühl für die Geschwindigkeit verloren. Deshalb sofort das Tempo anpassen. Bei 100 Meter Sichtweite ist Tempo 80 das Limit, bei 50 Meter Sichtweite ist bereits Tempo 50 km/h das Maximum." Orientieren kann man sich an den Leitpfosten, die im Abstand von 50 Metern aufgestellt sind. Wichtig: Wer in eine Nebelwand einfährt, sollte mit Rücksicht auf nachfolgende Autos nicht zu abrupt abbremsen, um keinen Unfall mit dem Hintermann zu provozieren.

Abstand halten. Bei Nebel gilt mehr denn je die Regel „Auf Sicht fahren". Das heißt: Autofahrer dürfen nur so schnell fahren, dass sie jederzeit innerhalb der einsehbaren Strecke anhalten können. Sie dürfen sich nicht darauf verlassen, dass die Fahrbahn vor ihnen frei ist. „Ein verbreiteter Fehler ist es, sich einfach an den Vordermann ‚anzuhängen‘ und dabei schneller zu fahren als es eigentlich erlaubt ist. Kracht es vorne, sind meist auch die Autos im Schlepp in den Unfall verwickelt", warnt der Experte.

Licht anschalten: Bei erheblich behinderter Sicht sind Autofahrer verpflichtet, auch am Tage mit Abblendlicht zu fahren: bei Nebel, aber auch bei Schneefall und Regen. Tagfahrlicht reicht allerdings bei Nebel nicht aus. Es leuchtet zu schwach, vor allem aber sind die Rückleuchten nicht aktiv. Da Nebel von der Lichtautomatik nicht erkannt wird, heißt es: Lichtautomatik manuell aus- und das Abblendlicht einschalten! Auch Fernlicht macht keinen Sinn: Die feinen Nebeltröpfchen reflektieren das Licht stark und blenden den Fahrer. Ideal sind Nebelscheinwerfer, da das tief sitzende Licht im Nebel weniger stark reflektiert wird. Die Nebelschlussleuchten dürfen nur benutzt werden, wenn die  Sichtweite unter 50 Metern liegt. Dann sind höchstens noch 50 km/h erlaubt.

Technik nutzen. Im Vorteil sind Autofahrer, deren Fahrzeug bereits mit einer Adaptive Cruise Control ausgestattet ist. „Im Unterschied zum Menschen können diese Systeme durch den Nebel schauen und ein Hindernis erkennen, welches der Fahrer noch gar nicht sieht", erklärt König. „Meist tastet ein Radarauge die Fahrbahn vor dem Fahrzeug ab, meldet dem Fahrer eine mögliche Gefahr und leitet teilweise notfalls sogar eine Notbremsung ein. Für den Fahrer ist das ein riesiger Sicherheitsgewinn." Die neueste Generation der elektronischen Lebensretter reagiert selbst dann, wenn der Tempomat noch gar nicht eingeschaltet ist. Aber trotz moderner Technik gilt: Fuß vom Gas und volle Konzentration auf die Straße. (dpp-AutoReporter)