Quads-Studie und Crashtest – schwere Unfälle vorprogrammiert

Picture

Quads-Studie und Crashtest – schwere Unfälle vorprogrammiert. Foto GDV/ dpp

Das Risiko bei einem Unfall schwer verletzt oder getötet zu werden, ist mit einem Quad rund 10mal höher als mit dem Pkw. Dabei verursachen Quad-Fahrer gut 85 Prozent der Unfälle, in die sie verwickelt sind, selbst. Das hat eine neue Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV)herausgefunden. In einem Crashtest wurde zudem gezeigt, wie das „störrische" Fahrverhalten von Quads zu katastrophalen Unfällen führen kann.

„Vor allem die Fahreigenschaften und Bedienung des Quads, gepaart mit Übermut, lassen viele junge Fahrer schwer verunglücken", so Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, „deshalb sollte sowohl bei der Fahrzeugtechnik, als auch bei der Fahrausbildung schnellstmöglich gegengesteuert werden". Notwendig sind beispielsweise ein serienmäßiges Differential oder verpflichtende Einweisungsfahrten.

Mehr als 150.000 Quads waren 2013 auf deutschen Straßen unterwegs. Die genaue Zahl kennt allerdings niemand, weil sich unter Quads verschiedene Fahrzeuggattungen tummeln: „Kleine" Quads mit Versicherungskennzeichen und Führerscheinklasse AM (ab 16 Jahre), „große" Quads mit Zulassung, Auto-Nummernschild und Pkw-Führerschein, sowie ATVs (All-Terrain-Vehicles), die in der Regel als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen (LoF) mit den Führerscheinklassen L (bis 40 km/h) oder T (bis 60 km/h) bewegt werden können.

In der amtlichen Statistik wurden Unfälle mit Quads bisher nicht ausgewiesen. Erst ab 2014 sollen sie bundesweit erfasst werden. Für die UDV-Studie wurden knapp 500 Quad-Unfälle der Jahre 2009 bis 2012 aus Bayern sowie rund 140 schwere Quad-Unfälle aus den Unfallakten der Versicherer analysiert. (dpp)