78 Prozent mehr tödliche Unfälle mit E-Bikes

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Die Elektrifizierung des Fahrrads birgt neue Mobilitätschancen, aber auch große Gefahren. Foto: corratec/dpp

Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (Destatis) zufolge sind Elektrofahrräder gefährlich. Demnach wurden in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 57 Menschen in Deutschland durch einen Unfall mit dem Pedelec oder E-Bike getötet. Ein Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum 32 Menschen, die in Folge eines Pedelec-Unfalls starben.

Auch die Anzahl der insgesamt registrierten Unfälle mit elektrifizierten Fahrrädern schnellten im gleichen Zeitraum in die Höhe. Waren es 2015 noch 2888 Unfälle, so musste Destatis im vergangenen Jahr 3946 Unfälle registrieren - ein Zuwachs um mehr als 36 Prozent. Wurde die Gefahr durch elektrisch unterstütze Fahrräder also generell unterschätzt und auch von der Industrie und dem Handel nicht ausreichend berücksichtigt?

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. begründet den Anstieg der Unfallzahlen mit dem wachsenden Bestand an E-Bikes. Ende 2016 seien etwa drei Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs gewesen, Anfang 2015 zählte Destatis noch etwa zwei Millionen Elektrofahrräder.

Einiger Beliebtheit erfreut sich das E-Bike auch bei Menschen, die über viele Jahre hinweg eine ‚Radpause‘ eingelegt haben. Günther Schoberth, Marketing-Chef des Radlherstellers corratec sagt: „Das ist nicht nur für die beratenden Radhändler eine große Herausforderung, auch auf die Hersteller kommen neue und große Herausforderungen zu. Bei E-Bikes steht die Stabilität des Rades im Vordergrund. Ein weicher Rahmen verstärkt Unsicherheit und Unfallgefahr enorm". (dpp-AutoReporter/wpr)