Riesenlaster: Sicherheitsrisiko – vor allem in Tunneln

Picture

Riesen-Lastwagen: Mögliche Kraftstoff-Ersparnis zu Lasten der Verkehrssicherheit? Foto: Scania/dpp-AutoReporter

Zu der vom Bundesverkehrsministerium veröffentlichten Ausnahme-Verordnung für den streckenbezogenen Regelbetrieb von Lang-Lkw ab dem 1. Januar 2017 erklärt Stephan Kühn, Bündnis-Sprecher für Verkehrspolitik: „Bei der Regelzulassung der Riesenlaster ignoriert Verkehrsminister Alexander Dobrindt Sicherheitsbedenken und verschweigt zusätzliche Infrastrukturkosten."

Nach dem Abschlussbericht der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) zum Lang-Lkw Feldversuch ist die Entscheidung aus Gründen der Verkehrssicherheit bedenklich. Die Bundesbehörde bestätigt die Sicherheitsrisiken, die mit dem Einsatz der bis 26 Meter langen Riesenlaster verbunden sind. Neben gefährlich verlängerten Brems- und Überholwegen auf Landstraßen passen Lang-Lkw nicht in die Nothaltebuchten längerer Straßentunnel. Diese Fahrzeuge würden bei einer Panne fast zwei Meter in die rechte Fahrbahn ragen. Hieraus könnten ‚erhebliche Beeinträchtigungen des fließenden Verkehrs resultieren‘, urteilen die Beamten der Bundesanstalt. Damit werden alle Sicherheitsbedenken die mit dem Einsatz von Lang-Lkw in Straßentunneln auftreten, bestätigt. Dobrindt setze sich laut Kühn über die Sicherheitsbedenken seiner eigenen Experten hinweg und habe den Lang-Lkw kurz vor Jahresende ohne parlamentarische Beratungen durchgedrückt.

Die Größe und Länge der Giga-Lastkraftwagen vergrößern zudem das Problem mit den überlasteten Autobahn-Parkplätzen zusätzlich. Die langen Laster passen nicht in die Schrägparkplätze auf Autobahnrastplätzen. Die Kosten für die Schaffung zusätzlicher Stellplätze habe Dobrindt geflissentlich verschwiegen, meint Stephan Kühn. (dpp-AutoReporter/wpr)