Volkswagen Konzern spart bei Sachinvestitionen

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VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller: „Werden alle Investitionen und Ausgaben strengstens priorisieren.“ Foto: dpp-AutoReporter/Zgibniew Mazar

Der Volkswagen Konzern passt seine Investitionstätigkeit im Konzernbereich Automobile an die aktuellen Entwicklungen an. Die geplanten Sachinvestitionen für das kommende Jahr sollen maximal rund zwölf Milliarden Euro betragen. Im vergangenen Planungszeitraum lag dieser Wert bei durchschnittlich rund 13 Milliarden Euro pro Jahr.

„Wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Volatilität, darauf stellen wir uns ein", sagt Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, im Anschluss an eine turnusgemäße Sitzung des Aufsichtsrates. „Wir werden alle geplanten Investitionen und Ausgaben strengstens priorisieren. Was nicht zwingend notwendig ist, wird gestrichen oder geschoben."

Müller kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Ausgaben für alternative Antriebe im kommenden Jahr um rund 100 Millionen Euro erhöht werden sollen: „Wir werden nicht den Fehler machen und uns um unsere Zukunft sparen. Deswegen planen wir, die Ausgaben zur Entwicklung der Elektromobilität und der Digitalisierung weiter zu steigern". Vor allem die zügige Weiterentwicklung elektrischer Antriebe steht im Vordergrund.

Der Großteil der Sachinvestitionen entfällt auf neue Produkte, die Weiterentwicklung der modularen Baukästen, sowie die Fertigstellung laufender Kapazitätserweiterungen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Produktanläufe wie den Golf der nächsten Generation oder den Audi Q5, das neue Crafter-Werk in Polen, sowie Vorleistungen für den Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). Rund 50 Prozent der Sachinvestitionen fließen in die 28 deutschen Standorte des Konzerns.

Müller nannte zudem erste beispielhafte Projekte, in denen die Investitionen gestreckt oder zurückgefahren werden. So wird das geplante neue Designzentrum in Wolfsburg zunächst nicht gebaut. Das führt zu Einsparungen von rund 100 Millionen Euro. Außerdem soll der Bau einer Lackiererei in Mexiko überprüft werden. Bei der Modellpalette wird der Nachfolger des Phaeton - der rein elektrisch fahren wird - verschoben. „In den nächsten Wochen werden wir weitere Ausgaben überprüfen und gegebenenfalls auch streichen oder strecken, ohne aber unsere Zukunftsfähigkeit zu gefährden", erklärte Müller und fügte hinzu: „Wir werden weiterhin gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern alles dafür tun, um die Stammbelegschaft an Bord zu halten."

Nicht im Konsolidierungskreis und damit nicht in den oben genannten Zahlen enthalten sind die Gemeinschaftsunternehmen in China. Die Gesellschaften werden 2016 das bisher genannte Niveau bei Investitionen stabil halten und planen Ausgaben von rund 4,4 Milliarden Euro. Diese Investitionen werden durch die Gemeinschaftsunternehmen aus den eigenen Mitteln finanziert. (dpp-AutoReporter/wpr)