Smart Repair: Nicht für jeden Lack geeignet

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Smart Repair: Nicht für jeden Lack geeignet. Foto:dpp-AutoReporter

Die Ausbesserung von kleineren Lackschäden durch örtliche Nachlackierung kommt immer mehr in Mode. Doch Vorsicht: Die kostengünstige Reparaturmethode Smart Repair ist nicht für jeden Lack und jeden Schaden geeignet. Darauf weist die Zeitschrift AUTOStraßenverkehr in ihrer aktuellen Ausgabe hin. Zwar empfehlen besonders die Versicherer nach einem Unfallschaden oft die kostengünstige Smart Repair, doch dabei sollten unbedingt die Herstellerangaben beachtet werden. So schreiben manche Hersteller bei Sonderlackierungen vor, dass ein Bauteil ausgetauscht und dabei komplett neulackiert wird. Bei Peugeots neuen Strukturlackierungen sind Smart-Repair-Lackierungen gar nicht möglich.

Bei BMW entscheidet ein Schadenkatalog darüber, bis zu welchen Tiefen und Winkeln Kratzer überhaupt reparabel sind, betont der Schadensexperte Sascha Pollak vom Kraftfahrzeugtechnischen Institut (KTI) in Lohfelden. „Das aber nimmt Reparaturbetriebe in die Pflicht, solche Herstellervorgaben zu kennen und auch anzuwenden."

Ungeeignet sind kleinflächige Nachlackierungen von Schäden auf großen Bauteilen wie Motorhaube und Wagendach. Gut geeignet sind Nachlackierungen dagegen in Randbereichen, zum Beispiel auf Kotflügeln, Heckabschlüssen oder Frontschürzen. Allerdings hat das Beilackieren selbst dort seine ökonomischen Grenzen, so Dekra-Gebrauchtwagenexperte Wolfgang Fritz. „Bei mehr als zwei Schadstellen auf einem Bauteil rechnet sich unter Umständen eine konventionelle Reparatur." Grundsätzlich sei gegen Smart Repair aber nichts einzuwenden. „Smart Repair ist mittlerweile eine etablierte Form der Schadensbehebung", so Fritz.

Allerdings wird die Reparaturmethode auch immer mehr zum Zankapfel zwischen Versicherungen und Geschädigten. „Oft versuchen Versicherungen, die Leistungen auf das niedrigere Preisniveau von Smart oder Spot Repair zu kürzen", so Hannes Krämer, Jurist beim Auto Club Europa. „Wichtig ist, dass alternative Reparaturmethoden die Garantie- oder Gewährleistungsansprüche nicht beeinträchtigen dürfen." Wichtiger Grundsatz: Geschädigte dürften auch bei alternativen Reparaturmethoden auf keinen Fall schlechter gestellt werden als bei einer konventionellen Reparatur: Eine Klärung solcher Sachverhalte vor einem Werkstattauftrag ist daher oberste Pflicht. Nur dann ist smart auch wirklich clever. (dpp-AutoReporter)