Google und Tesla bringen frischen Wind in die Autoindustrie

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Gerhard Steiger ist Vorstand Chassis Systems Control der Robert Bosch GmbH. Foto: Bosch/dpp-AutoReporter

Google hat mit seinem Einstieg in das autonome Fahren die Autoindustrie aufgerüttelt. Bosch-Vorstand Gerhard Steiger, zuständig für den Geschäftsbereich Chassis Systems Control und damit das weltweite Geschäft für Assistenzsysteme, hält Unternehmen wie Google aber für eine Bereicherung und nicht für eine Bedrohung der Autoindustrie. Sein Bereich entwickelt Komponenten, Systeme und Funktionen der Fahrzeugsicherheit, -dynamik und Fahrerassistenz. Steiger: „Ich empfinde die neuen Player als bereicherndes Element, die für etwas frischen Wind in der Industrie sorgen", sagt Steiger in der aktuellen Ausgabe der VDI Nachrichten. „Wir müssen froh sein, dass Google vor Jahren die Ersten waren, die das Thema automatisiertes Fahren sehr ernsthaft betrieben haben. Für die Automobilindustrie war das ein Impuls, und es hat viel Aufmerksamkeit für das Thema Fahrerassistenz gebracht."

Die Autoindustrie werde durch Unternehmen wie Google angeregt, neu zu denken. „Firmen aus dem Silicon Valley - und dazu gehört nicht nur Google - treiben Entwicklungen aus einer anderen Perspektive. Die deutsche Automobilindustrie erweitert so ihre eigene Fahrzeug-lastige Perspektive." Dabei sieht Steiger noch nicht die Gefahr, dass ein Konzern wie Google die komplette Software im Automobil beherrsche: „Es ist ein Unterschied, ob ich ein Smartphone baue, es mit Software bestücke und die Hardware sonst wo in Auftrag gebe oder ob es um ein Automobil geht. Das ist doch deutlich komplexer."

Für Bosch komme hinzu, dass es bereits Nachfrage der neuen Marktteilnehmer gebe. „An Google liefern wir Radarsensoren, wichtige Komponenten des Antriebsstrangs, die Leistungselektronik sowie die Lenkung", so Steiger. „Auch Tesla hat Komponenten aus den Bereichen Fahrwerk und Sicherheit von Bosch an Bord - wie ein klassischer Automobilhersteller." (dpp-AutoReporter/wpr)