Bosch will Autofahrern die Suche nach freien Stellplätzen abnehmen

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Belegungssensoren im Asphalt melden freie Plätze. Das spart Zeit = Geld und schont überdies Nerven und Umwelt. Foto: Bosch/dpp-AutoReporter

Der perfekte Parkplatz ist nah, groß genug für den SUV - und vor allem auch frei. Ihn zu finden, kann für Autofahrende in Innenstädten nervenaufreibend sein. Jede Suche nach einem passenden freien Parkplatz dauert in Deutschland im Schnitt fast zehn Minuten. Dabei werden laut einer Studie des europäischen Marktführers für das Management von Parkräumen jeweils bis zu 4,5 Kilometer zurückgelegt, mit Fahrzeugkosten von je 1,35 Euro. Mit dem aktiven Parkraum-Management von Bosch könnten Autofahrende ohne Umwege den richtigen Stellplatz finden. Die ‚intelligente‘ Technik erkennt und meldet, wie viele Parkplätze in einer Innenstadt frei sind und welche genau. „Wir nehmen Autofahrern die oft mühsame Suche nach freien Stellplätzen ab", sagt Dr. Dirk Hoheisel, Mitglied der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. Autofahrer können sich zum Beispiel per Smartphone-App auch gleich zum Parkplatz navigieren lassen.

Voraussetzung für das aktive Parkraum-Management ist die zuverlässige Erkennung von freien Parkplätzen. Dafür hat Bosch spezielle Belegungssensoren entwickelt, die vom Umfang her kaum größer sind als eine CD. In der Höhe messen sie zudem nur etwa drei Zentimeter. Installiert werden die Sensoren zum Beispiel in Parkhäusern und auf Straßenparkplätzen, wahlweise auf oder versenkt im Asphalt. Das Besondere dabei: Die Belegungssensoren arbeiten mit Funk und Batteriestrom - aufwendiges Kabelverlegen entfällt also. Die Batterie hat eine Lebensdauer von bis zu sieben Jahren. Dank ihres robusten Kunststoffgehäuses widerstehen die Sensoren zum einen jeglicher Witterung. Zum anderen halten sie auch der Belastung durch Lkw oder Räumfahrzeuge Stand. In dem Gehäuse verbaut Bosch zwei verschiedene Sensortechniken, die ihre Informationen gegenseitig plausibilisieren. Vorteil: Die Belegungserkennung ist zuverlässiger und frei von Störungen.

In regelmäßigem Abstand prüft der Belegungssensor, ob ein Parkplatz belegt ist oder nicht. Über ein Gateway - vergleichbar mit einem Internet-Router - leitet der Bosch-Sensor die Information dann sicher verschlüsselt an einen Server weiter. Dort entsteht eine Echtzeit-Karte mit allen freien und belegten Plätzen, die per App oder im Internet abrufbar ist. „Wir lassen die Parkplätze online gehen", erklärt Hoheisel. Zu jedem Platz stehen zusätzlich Meta-Informationen zur Verfügung. Zum Beispiel: Handelt es sich um einen Familien-, Frauen- oder Behindertenparkplatz? Was kostet die Parkzeit? Steht eine Ladesäule zur Verfügung? Möglich sind auch weitergehende Services wie etwa eine Bezahlfunktion. Per App könnten Autofahrer ihre Parkzeit zum Beispiel bequem bargeldlos bezahlen.

Das aktive Parkraum-Management ist ein Beispiel dafür, wie Bosch die vernetzte Welt gestaltet. Es ist nicht nur ein Service für Autofahrer, sondern auch für Parkraumbetreiber. „Vor allem die Auslastung von stark frequentierten Parkplätzen können wir weiter verbessern", sagt Hoheisel. Der Schlüssel liegt in einer intelligenten Auswertung der Daten. Über ein Webportal wird für Parkraumbetreiber auf einen Blick ersichtlich, welche Parkplätze zu welcher Zeit von wie vielen Autos belegt wurden. In Stoßzeiten können Autofahrer so zum Beispiel gezielt auf weniger stark genutzte Stellplätze gelotst werden. Auch an einer Parkprognose arbeiten die Bosch-Entwickler. Anhand von Daten aus der Vergangenheit wollen sie Rückschlüsse für die Zukunft ableiten. Damit ließe sich zum Beispiel bei wiederkehrenden Großveranstaltungen das oftmals zu beobachtende Gerangel um Parkplätze deutlich vermindern.

Die Bausteine des aktiven Parkraum-Managements - Belegungssensoren, Gateway, Echtzeit-Belegungskarte - bilden zugleich die Vorstufe für das vollautomatisierte Parken von morgen. In gar nicht allzu ferner Zukunft werden Autofahrer ihr Fahrzeug nur noch im Einfahrtsbereich eines Parkhauses abstellen. Per Smartphone-App geben sie ihm dann den Befehl, sich selber einen Stellplatz zu suchen. Genauso kommt das Auto auf Wunsch auch wieder vorgefahren. Bosch nennt das Automated Valet Parking. Dafür benötigen die selbstfahrenden Autos zuverlässige Informationen über freie Stellplätze, die Bosch schon heute zur Verfügung stellen kann. (dpp-AutoReporter/wpr)