Russische Geldspritze für GAS

30. Nov 2011 - Auto-Reporter.NET

 
 

In Nöten befand sich der russische Automobilhersteller GAS schon öfter. Aber auch Autos mit diesem Markenzeichen waren bislang alles andere als Trendsetter. Viel zu lange trugen sie den unverkennbaren Stempel früheren sowjetischen Fahrzeugbaus. Dem Traditionsunternehmen GAS in Nischni Nowgorod (früher Gorki) schien eine überzeugende Vergangenheitsbewältigung und der Anschluss an modernen, wettbewerbsfähigen Automobilbau einfach nicht zu gelingen.

Das soll nun anders werden. Für die gründliche Modernisierung seiner Fahrzeugflotte streckte dem Autokonzern GAS jetzt WTB, das größte russische Kreditinstitut, 38 Milliarden Rubel vor. Größter Aktionär der WTB ist die Zentralbank der Russischen Föderation.

Das Geldgeschenk überbrachten ganz im Stil der alten Zeit keine Geringerer als Präsident Medwedjew und Ministerpräsident Putin. Dazu wählten sie den symbolträchtigen „Tag der Volkseinheit“, den Russland jeweils am 4. November begeht. Der Kredit hat eine Laufzeit von sieben Jahren.

Russische Medien erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass Hauptaktionär bei GAS ein Vertrauter Putins ist, Oleg Deripaska. Der 1968 Geborene zählt zu den jüngsten russischen Oligarchen, die es im neuen Russland zu Reichtum und Macht brachten. Die Wege dorthin bleiben im Dunkeln.

Bei GAS soll der Milliardenkredit dazu dienen, die gesamte Modellreihe radikal zu überarbeiten. Vorrang haben dabei neue Stadtbusse und solche leichten Nutzfahrzeuge, die künftig bei Qualität und Komfort beispielsweise mit einem Fiat Ducato oder Ford Transit konkurrieren können.

Die Montage erfolgreicher ausländischer Fahrzeugmodelle in Russland wird fortgesetzt. Im November startete bei GAS die Montage des Skoda Yeti. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)

 
 
 

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