VDA: „Bayern ist Automobilland“

6. Jul 2011 - Wirtschafts-Reporter.NET

Autobauer und -zulieferer können an vielen Stellhebeln die Effizienz auch herkömmlicher Fahrzeuge noch erheblich verbessern. Dazu zählt u.a. auch eine immer raffiniertere Aerodynamik. Foto: Audi/Auto-Reporter.NET
 

„Bayern ist Automobilland. Jedes vierte Auto, das in Deutschland gefertigt wird, läuft in Bayern vom Band – im vergangenen Jahr waren das über 1,4 Millionen Pkws“, bringt VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig das automobile Potenzial des Freistaats auf den Punkt. Allein in den ersten fünf Monaten 2011 wurden hier mehr als 656.000 Pkws produziert. Die Branche mit ihren Herstellern und Zulieferern beschäftige in Bayern 167.000 Mitarbeiter und habe es 2010 auf einen Umsatz von mehr als 93 Milliarden Euro gebracht, betonte Bräunig auf dem 13. BAIKA-Jahreskongress „Zulieferer Innovativ“ im Ingolstädter Audi Forum in Ingolstadt.

Es ist auch die Automobilindustrie, die Bayerns Exportstärke dominiert. „Der Exportwert von 63 Mrd. Euro, den diese Schlüsselbranche im vergangenen Jahr mit der Ausfuhr von Fahrzeugen erzielte, entspricht 40 Prozent des gesamten Exportwerts aus diesem Bundesland“, so der Verband der Automobilindustrie. In dem Zusammenhang verweist Bräunig auf die hohe Innovationsgeschwindigkeit der Automobilindustrie hin und beziffert deren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung mit mehr als 4,2 Milliarden Euro jährlich. Fast die Hälfte aller FuE-Investitionen in Bayern entfielen auf die bayerischen Automobilhersteller und -zulieferer.

Vor allem Zulieferern komme ein entscheidender Anteil an den Innovationen zu, die den Markterfolg deutscher Modelle auf den Weltmärkten ausmachten, unterstrich Bräunig. Das Ziel der CO2-Minderung werde mit zahlreichen Instrumenten nachhaltig verfolgt. Dazu zählten beispielhaft energieeffiziente LED-Leuchten, die Gewichtsreduzierung im Antriebsstrang und Fahrwerk ebenso wie das Verringern von Reifenrollwiderständen, Leichtbau oder Effizienzsteigerungen bei Zündung und Kompressoren sowie Maßnahmen in der Aerodynamik.

Durch die Optimierung des Antriebsstrangs und des Fahrwerks seien in diesem Bereich CO2-Einsparungen von bis zu 30 Prozent gegenüber herkömmlichen Lösungen möglich. Bräunig erläuterte die vielen Stellhebel: So könne die elektromechanische Lenkung die bisherigen CO2-Emissionen um zwei bis acht Prozent senken, eine elektromechanische Wankstabilisierung bringt ein bis drei Prozent, Leichtbau im Antriebsstrang und Fahrwerk verringert das Fahrzeuggewicht um 15 Kilogramm, was einer CO2-Einsparung von 0,3 Prozent entspricht. Hinzu kommen ein integrierter Allradverteiler (1 bis 1,5 % CO2-Einsparung), die Hybridisierung (3 bis 25 % je nach Hybrid-Art), das moderne 8-Gang-Automatikgetriebe (6 %) oder das verlustoptimierte Achsgetriebe mit 1 bis 1,5 Prozent.

Die Liste ließe sich noch ergänzen durch Niveauverstellung, reibungsoptimierte Radlager und den reibungsoptimierten Kugelgewindetrieb für EPS, neue Schrägkugellager für das Achsgetriebe oder eine optimierte Kraftstoffpumpe, betonte Bräunig. Für ihn ist klar, dass CO2-Minderung nicht allein in der Entwicklung alternativer Antriebe – etwa dem Elektroauto oder der Brennstoffzelle – besteht, sondern in der konsequenten Effizienzsteigerung vieler Teile und Komponenten in den klassischen Antrieben. Das gilt für den Clean Diesel wie für den Benziner. Würden alle Potenziale gehoben, ließe sich der Spritverbrauch unserer Neufahrzeuge bis zum Ende des Jahrzehnts um bis zu 25 Prozent weiter senken, stellt der VDA-Mann in Aussicht.

Die auch in Zukunft weiter steigende globale Nachfrage nach individueller Mobilität ist besonders auch eine Herausforderung der deutschen Zulieferindustrie; immerhin gehen drei von vier in Deutschland gebaute Autos laut Bräunig in den Export. Doch darin sieht er zugleich auch eine Chance für die Branche, denn drei Viertel der Wertschöpfung eines Autos kämen von den Entwicklungspartnern der Hersteller. Und Technologie bleibe nun einmal zentrales Differenzierungsmerkmal für deutsche Zulieferer. (Auto-Reporter.NET/arie)

 
 
 

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