Kontroverse Diskussion zu Lang-Lkws

4. Jul 2011 - Auto-Reporter.NET

Allianz pro Schiene/Kraufmann/Auto-Reporter.NET
 

Welchen Nutzen Lang-Lkws haben, ob von ihnen erhöhte Gefahren oder sonstige Nebenwirkungen ausgehen, darüber streiten Experten seit Langem recht kontrovers. Dennoch waren sich Spediteur Ulrich Boll, der ADAC-Verkehrsexperte Björn Dosch und Dr. Kay Lindemann, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), einig, dass Mega-Trucks eine wesentliche Entlastung für Umwelt, Transportgewerbe und Verbraucher sein können. In einem von MAN initiierten Gespräch tauschten die Experten ihre unterschiedlichen Positionen zum Für und Wider der 25,25 Meter langen Trucks aus.

Während die überlangen Lkws in mehreren europäischen Ländern bereits auf den Straßen rollen, soll hierzulande ein bundesweiter Feldversuch klären, ob und unter welchen Umständen diese Fahrzeugkombinationen erlaubt werden könnten. Die auch Euro-Combis genannten Sattelzüge sind rund 6,5 Meter länger als die längsten heute zugelassenen Lkws.

In der Diskussion gingen die Meinungen teilweise deutlich auseinander. Während der ADAC-Experte auf die mangelhafte Infrastruktur für den Einsatz von Lang-Lkws und die verschärfte Gefahr unerlaubter Überladung verwies, betonte der VDA-Vertreter die Flexibilität des Lkw-Einsatzes. Spediteur Boll sieht keinen Konflikt zum Schienenverkehr. Lang-Lkws seien auf der Fahrt zu Bahnterminals und zurück günstiger als herkömmliche Lkws. Möglicherweise machten sie die Schiene noch attraktiver, schließt Boll nicht aus und hob den Nutzen der Trucks hervor. So würden Spediteure heutzutage zu 80 bis 90 Prozent Volumentransporte durchführen: „Wir fahren keine Stahlplatten mehr für die Montanindustrie, sondern bewegen vor allem kleinteilige, hochwertige und leichte Güter.“ Schon aus eigenem Interesse würden Spediteure für eine möglichst hohe Auslastung sorgen. Zwei Lang-Lkws könnten so viel transportieren wie drei herkömmliche. In seinem Betrieb nannte er jährliche Einsparungen von 295.000 Kilometern und 9.400 Liter Diesel.

Einig war man sich über grundsätzliche Einsatzbedingungen und ein Gesamtgewicht der Fahrzeuge von 40 Tonnen. Eine Vorbildfunktion beim Einsatz dieser Lkws könnten die Niederlande haben. Hier fahren Lang-Lkws bereits auf Autobahnen und bestimmten geprüften Nebenstrecken. (Auto-Reporter.NET/arie)

 
 
 

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