Daimler wieder mit Milliarden-Gewinn
16. Feb 2011 - Auto-Reporter.NET
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat heute die Zahlen für das Gesamtjahr 2010 vorgelegt. Nachdem das Unternehmen im Krisenjahr 2009 noch ein Minus von 2,6 Milliarden Euro verkraften musste, wurde 2010 insgesamt ein Gewinn von 4,7 Milliarden Euro eingefahren. Der Umsatz konnte um fast ein Viertel auf 97,8 Milliarden Euro gesteigert werden. Auf der Basis der aktuellen Einschätzungen erwartet Daimler im Jahr 2011 ein EBIT aus dem laufenden Geschäft, das deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegt.
„Daimler hat im vergangenen Jahr ein glänzendes Comeback hingelegt“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche auf der Jahrespressekonferenz in Stuttgart. Jetzt wolle man „das erreichte Erfolgsniveau nachhaltig“ sichern und, „wo immer möglich“, weiter steigern. Nachdem das Jahr 2009 noch stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst war, entwickelte sich das operative Ergebnis im Jahr 2010 in allen Geschäftsfeldern deutlich erfreulicher als noch zu Jahresbeginn erwartet. Hierzu hätten die allgemeine Markterholung und insbesondere die attraktive Produktpalette sowie die realisierten Effizienzsteigerungen beigetragen, heißt es. Gegenläufig wirkten u.a. gestiegene Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im operativen Ergebnis. Daimler hat im vergangenen Jahr die Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf 4,8 (i.V. 4,2) Milliarden Euro erhöht.
2010 hat Daimler insgesamt 1,9 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Das aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sehr niedrige Vorjahresniveau wurde damit um 22 Prozent übertroffen. Der Konzernumsatz stieg um 24 Prozent auf 97,8 Milliarden Euro, bereinigt um Wechselkurseffekte gab es einen Zuwachs um 19 Prozent. Der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft erhöhte sich deutlich um 2,7 Milliarden auf 5,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 4,7 Milliarden auf 11,9 Milliarden Euro.
Die sehr gute Ergebnisentwicklung zahlt sich auch für die Mitarbeiter aus. Alle Anspruchsberechtigten werden mit je 3.150 Euro am Erfolg beteiligt. Im Jubiläumsjahr der Erfindung des Automobils erhalten die Mitarbeiter außerdem einen Sonderbonus, gestaffelt nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, von bis zu 1.000 Euro.
Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und smart hat im vergangenen Jahr den Absatz um 17 Prozent auf 1.276.800 (i.V. 1.093.900) Fahrzeuge erhöht. Da sich die Absatzstruktur zugunsten besonders hochwertiger Fahrzeuge verändert hat, stieg der Umsatz deutlich stärker um 29 Prozent auf 53,4 Milliarden Euro. Das Geschäftsfeld erzielte ein EBIT von 4.656 (i.V. -500) Millionen Euro, die Umsatzrendite betrug 8,7 Prozent (i.V. -1,2 %).
Daimler Trucks erhöhte den Absatz um 37 Prozent auf 355.300 (i. V. 259.300) Fahrzeuge. Der Umsatz nahm um 31 Prozent auf 24 Milliarden Euro zu. Das EBIT betrug 1.323 (i.V. -1.001) Millionen Euro, die Umsatzrendite belief sich auf 5,5 Prozent (i.V. -5,5%). Das Ergebnisplus wird vor allem auf die gute Absatzentwicklung zurückgeführt, zu der alle Kernmärkte (Europa, USA, Lateinamerika und Japan) beitrugen.
Von Mercedes-Benz-Vans wurden 224.200 (i.V. 165.600) Einheiten abgesetzt. Der Umsatz übertraf mit 7,8 (i.V. 6,2) Milliarden Euro ebenfalls das Vorjahresniveau (EBIT: 451/i.V. 26 Mio. €). Die Umsatzrendite lag mit 5,8 Prozent über dem Vorjahreswert von 0,4 Prozent. Die positive Ergebnisentwicklung resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Fahrzeugabsatz insbesondere in Westeuropa, in den USA und in China sowie aus einer besseren Preisdurchsetzung.
Daimler Buses brachte es auf 39.100 (i.V. 32.500) Verkäufe von Komplettbussen und Fahrgestellen (Umsatz: 4,6/i.V. 4,2 Mrd. €; EBIT: 215/i.V. 183 Mio. €) und eine Umsatzrendite von 4,7 Prozent (i.V. 4,3 %). Diese Ergebnisverbesserung ist vor allem auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Auslieferungen von Fahrgestellen in Lateinamerika zurückzuführen. Gegenläufig wirkte sich ein geringerer Absatz von Komplettbussen in Westeuropa und Nordamerika aus.
Daimler geht nach heutiger Einschätzung davon aus, dass die weltweite Automobilnachfrage 2011 weiter wachsen wird. Das allerdings nicht mehr so dynamisch wie im Vorjahr. Der globale Pkw-Markt könnte in der Größenordnung von fünf bis sieben Prozent zulegen und damit auf ein neues Rekordniveau steigen. Die asiatischen Schwellenländer und insbesondere China würden weiterhin eine tragende Rolle spielen. Gemischte Aussichten bei den Triademärkte. Der US-Markt sollte seinen Erholungskurs fortsetzen, während für Westeuropa in Summe mit einer Stagnation der Pkw-Verkäufe gerechnet wird. In Deutschland hingegen erwartet man nach dem zweistelligen Marktrückgang 2010 nun einen spürbaren Zuwachs. Der japanische Pkw-Markt dürfte dagegen das durch staatliche Kaufanreize künstlich überhöhte Niveau des Jahres 2010 nicht erreichen.
Auf dem Nutzfahrzeugsektor geht Daimler insgesamt von einer unterschiedlichen Marktentwicklung aus. Die Lkw-Nachfrage außerhalb der Triade sollte maßgeblich vom chinesischen Markt beeinflusst werden. Nachdem das staatliche Anreizprogramm zum Jahresende 2010 beendet wurde, rechnet man für dieses Jahr in China mit einem Nachfragerückgang.
Mercedes-Benz Cars sieht für 2011 angesichts der insgesamt weiterhin günstigen Marktperspektiven sowie zahlreicher Modellwechsel und Produktneuheiten eine weitere Steigerung des Absatzes der Marke Mercedes-Benz. Vor allem von der Nachfrage der E-Klasse und S-Klasse sollte die Marke profitieren. (Auto-Reporter.NET/arie)










