Elektromobilität: Fragwürdige Rekordfahrt mit Steuermitteln
29. Nov 2010 - Auto-Reporter.NET
Am 30. November stellt die Nationale Plattform für Elektromobilität ihren ersten Zwischenbericht vor. Für Forschung fordert die Plattform Medienberichten zufolge 4,5 Milliarden Euro. Ein von der Firma DBM Energy zum Elektroauto umgebauter Audi A2 hatte bereits Ende Oktober die Rekordstrecke von München nach Berlin (rund 600 km) zurückgelegt, ohne die Batterien unterwegs aufzuladen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte dieses umgebaute Fahrzeug mit 275.000 Euro gefördert. Jetzt macht sich Skepsis breit.
Die Fahrt habe für viel Rummel gesorgt, hinterließ allerdings eine Reihe unbeantworteter Fragen, heißt es beim ADAC. „Bis heute bleibt die Fahrt ein nicht erklärtes Wunder, da nachprüfbare Informationen zur Akkutechnik nicht vorliegen“, kritisiert ADAC-Vizepräsident für Technik, Thomas Burkhardt. „Wir sollten uns schon fragen, ob eine solche mit Steuermitteln geförderte Fahrt dem Standort Deutschland dient.“
Letztlich stehe die Beweiskraft der Langstreckenfahrt infrage. So habe es bis heute keine neutrale technische Abnahme des Fahrzeugs gegeben, moniert der Autoklub, und ein zur Beglaubigung der Rekordfahrt bestellter Notar hätte kurzfristig abgesagt. Für ebenfalls wenig vertrauenerweckend halten es die Münchner, dass das Fahrzeug während der Tour mehrfach für 20 bis 30 Minuten aus dem Sichtfeld mitfahrender Journalisten verschwand. Der ADAC hatte der Firma DBM Energy außerdem einen Reichweiten-Check angeboten, den das Berliner Unternehmen allerdings bis dato abgelehnt hat.
Laut ADAC sind bei der Entwicklung neuer Technologien in der Elektromobilität umfassende Labortests mit Tausenden Ladezyklen, Tieftemperaturtests, Sicherheitsprüfungen und Überladungen notwendig, bevor lange Testfahrten im Labor und auf der Straße stattfinden können. Der Klub weist darauf hin, dass Deutschland eine noch bessere Vernetzung beim Thema Elektromobilität benötige. Gerade auch das Know-how mittelständischer Unternehmen im Bereich der Elektrochemie, im Batteriemanagement sowie in der Informations- und Kommunikationstechnologie sei wichtig für ein Vorankommen in der Elektromobilität sowie die Zusammenarbeit zwischen Konzernen und kleineren Unternehmen. (Auto-Reporter.NET/sr)










