Fiat-Chef Marchionne reist als Chrysler-Chef zur IAA

10. Sep 2011 - Auto-Reporter.NET

Sergio Marchionne: in Personalunion Chef von Fiat und Chrysler. Foto: Auto-Reporter.NET
 

Bislang hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne beim US-Autobauer Chrysler als CEO schon das Sagen im Tagesgeschäft. In der kommenden Woche zeigt er sich auf der Frankfurter IAA machtgestärkt: als Chrysler-Chef. Der Italiener wurde in dieser Woche vom Chrysler-Board zum Vorsitzenden des Unternehmens berufen. Er folgt in dieser Position auf C. Rober Kidder, der 2009 nach der Insolvenz des Autobauers als Vertreter der amerikanischen Regierung in diese Position gehoben worden war.

Jetzt hat Marchionne also auch bei Chrysler das Sagen und wird die Strategie der einst zu den Großen Drei gehörenden US-amerikanischen Marke maßgeblich bestimmen. Mittlerweile halten die Italiener die Mehrheit an Chrysler, und Marchionne hat viel vor: Mit dem Verbund von Fiat und Chrysler will er es mit den Größten der Branche aufnehmen. Volkswagen und Toyota dienen ihm als Messlatte. Optimistisch macht den neuen Chef der beiden Autobauer die breite Produktpalette, die vom 500er-Fiat bis hin zum Chryler-Urgestein Dodge Ram reicht. Das Erstarken der Marke Chrysler kommt dem Italiener da gerade recht. Seit Juni gehen die Umsatzzuwächse der Amerikaner aufs gemeinsame Konto. Chrysler leidet in diesem Jahr noch kräftig unter der Ablösung seiner 2009 von der US-Regierung gewährten Kredite von noch rund 7,5 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlungen werden auch das Ergebnis für 2011 belasten. Doch das Haus ist wieder schuldenfrei. Marchionne hat freie Bahn.

Er war angetreten, Chrysler wieder auf Kurs zu bringen und den Spezialisten von vorzugsweise schweren und verbrauchsstarken Fahrzeugen mit Technologien aus dem Hause Fiat bei der Entwicklung neuer Autos unter die Arme zu greifen. Im Gegenzug baute Fiat seinen Anteil an Chrysler sukzessive aus. Marchionnes vor zwei Jahren von manch einem belächelter Optimismus, die Unternehmen nutzbringend miteinander koppeln zu können, könnte sich als strategisch beeindruckender Schachzug herausstellen. Denn jetzt haben auch die Italiener die Chance, über traditionelle Chrysler-Marken Margen einzufahren, die mit ihrem angestammten Fahrzeugangebot aus dem Reich der Klein- und Mittelklasse nicht zu erreichen wären. (Auto-Reporter.NET/arie)

 
 
 

Weitere Bilder

 

 

Newsletter Ein-/Austragen

 Tragen Sie bitte hier Ihre E-Mail-Adresse ein, 
 um Sich für unseren Newsletter anzumelden.
 

 

Highlights

Aktuelle Bilder

 

Aktuelle Videos

 

Weitere Dienste