AvD gegen Eignungstest für ältere Autofahrer
27. Jul 2006 - Auto-Reporter.Net
Der Automobilclub von Deutschland AvD hat die Forderung des brandenburgischen Verkehrsministers Karl-Heinz Daehre (CDU) nach einem Fahrtauglichkeits-Check für ältere Autofahrer als unnötigen Profilierungsversuch im Sommerloch abgelehnt. Die positiven Statistiken alleine würden eine solche Forderung als unsinnig widerlegen. Wachsweiche Formulierungen wie "ab einer gewissen Altersgrenze sollten Autofahrer im eigenen Interesse ihre Fahrtauglichkeit regelmäßig überprüfen lassen", bezeichnete der Verkehrsclub als "Dampfgeplauder", zumal Daehre fordert, die entsprechende Altersgrenze müssten Bund und Länder erst gemeinsam festlegen. Wenn Daehre sage, "das Alter des Autofahrers kann nicht entscheidend sein" widerspreche dies eklatant seiner Forderung nach einem Test für Ältere. "Was wäre, wenn man unter diesen Voraussetzungen auch den obligatorischen Test für gestresste Politiker fordern würde?", fragt der AvD. Reaktionsfähigkeit, Hör- und Sehvermögen unter Stress spielten bei dieser Berufsgruppe mit 20-Stunden-Tag eine ähnliche Rolle wie der Einfluss von Medikamenten, weil, wie Daehre richtig bemerkt, unbekannt sei, wie mehrere Medikamenten in Kombination auf die Fahrtauglichkeit wirken können. Die These, dass eine regelmäßige Kontrolle der Fahrtüchtigkeit der eigenen Sicherheit und der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer diene, sei eine Binsenweisheit, die für alle Lebensbereiche gilt. Dafür müsse Minister Daehre nicht grundlos ältere Menschen diskriminieren und angesichts des fortschreitenden Abbaus des öffentlichen Verkehrs ohne Not in ihrer Mobilität einschränken. Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer so vorbildlich verhalten wie ältere Menschen, sähe die Unfallstatistik bedeutend besser aus, hieß es abschließend. (ar/sb)









