AvD warnt vor Novellierung des Eichrechts in Deutschland
6. Jan 2006 - Auto-Reporter.Net
Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat auf die möglichen negativen Einflüsse der Vereinfachung des Eichrechts in Deutschland hingewiesen. Bis zum 30. Oktober 2006 müsse gemäß der Europäischen Messgeräterichtlinie das Eichrecht in Deutschland vereinfacht werden, erklärte der Automobilclub. Nach jetzigem Planungsstand würde die Toleranzgrenze der Messgenauigkeit von Zapfsäulen herabgesetzt werden. Die derzeit gültigen Rechtsvorschriften besagen, dass bei 100 Litern Kraftstoff, die an der Zapfsäule angezeigt werden, mindestens 99,8 Liter im Tank landen müssen. Der Wegfall der so genannten Einseitigkeitsbedingung erlaubt eine größere Differenz zwischen angezeigter und tatsächlich getankter Menge zum Nachteil des Verbrauchers. So wäre es auch noch im Rahmen, wenn eine Zapfanlage 100 Liter anzeigt, im Tank des Autofahrers aber nur 99 Liter ankommen, erklärte der AvD. Der Club befürchtet durch die Umsetzung der Europäischen Messgerätelinie klare Nachteile für den Verbraucher. Von den in Deutschland jährlich rund 65 Milliarden Litern verkauftem Kraftstoff könnten somit 650 Millionen Liter erst gar nicht in den Tanks der Autofahrer landen. Das bedeutet, dass die Deutschen rund 750 Millionen Euro an den Tankstellen bezahlen, ohne dafür irgendeine Gegenleistung zu bekommen. Deshalb fordert der AvD, dass bei der Umsetzung der Europäischen Messgerätelinie die bestehenden Richtwerte nicht zum Nachteil der Verbraucher geändert werden. Technisch gebe es keine Veranlassung die Prüfgenauigkeit um das Fünffache abzusenken. (ar/nic)










