Volkswagen bringt 2005 ESP mit Lenkeingriff im Golf

8. Jul 2004 - Auto-Reporter.Net

Golf V mit ESP + Fahrempfehlung. Foto: Auto-Reporter/Volkswagen
 

Volkswagen wird ab Mitte 2005 zuerst im Golf eine neue Generation des Elektronischen Stabilitäts Programmes ESP einbauen, das dem Fahrer aktiv hilft, in Grenzsituationen richtig zu lenken. Das ESP + Fahrempfehlung wird ohne Mehrkosten für den Käufer zur Serienausstattung gehören und später auch in anderen Modellen des Konzerns und seiner Töchter zum Einsatz kommen. Das teilte Volkswagen am Rande eines so genannten ESP-Workshops auf dem Testgelände in Ehra-Lessin mit. Da das System nur in Verbindung mit einer elektromechanischen Lenkung (Electrical Power Steering EPS) funktioniert, wird es wohl vorerst den Modellen ab der Kompaktklasse aufwärts vorbehalten bleiben. Das ESP + Fahrempfehlung gibt situationsbedingt elektronische Impiulse an die Lenkung weiter, die den Fahrer intuitiv zum richtigen Gegenlenken veranlassen. Gerade beim Bremsen auf Straßen mit unterschiedlichen Reinewerten unter der rechten und linken Fahrzeughälfte  also wenn ein Auto zum Beispiel links auf Eis und rechts auf Asphalt abgebremst wird  ist das Fahrzeug leichter zu kontrollieren und der Bremsweg verkürzt sich nach Angaben der Wolfsburger um bis zu zehn Prozent. Während sich ESP bisher beim Bremsen am Rad mit dem geringsten Reibwerten orientierte, wird beim ESP + Fahrempfehlung die Richtung erkannt, in die der Fahrer lenken muss, um das Auto optimal zu verzögern. Durch das unbewusste Gegenlenken kann der Bremsdruck an den Rädern mit dem größten Grip erhöht werden, was zur Verkürzung des Bremsweges führen soll. In der Praxis merkt der Fahrer beim Vergleichstest einfach nur, dass das Auto während des Bremsvorganges ruhiger reagiert und die Spur sehr gut hält. Größere Ausbrüche waren auch mit dem "gewöhnlichen" ESP nicht möglich. Zusätzlich haben die Wolfsburger gegen Aufpreis eine so genannte Hill Hold-Funktion an, die das Zurückrollen am Berg verhindert. Gerade in bergigen Regionen eine angenehme Komfort-Alternative. Ebenfalls ein Erweiterung der ESP-Funktionen bedeutet die Gespannstabilisierung, die VW seit April für den Touareg und demnächst auch für den Transporter T5 mit Anhängerkupplung anbietet. Die Gespannstabilisierung bremst das Fahrzeug automatisch ab, wenn der Anhänger (bis 3,5 Tonnen) sich aufschaukelt. Das System erkennt aufkommendes Pendels des Hängers frühzeitig und bremst in dem Moment, wenn er sich wieder der Mittellage annährt. Im Test wirkte das Durchaus überzeugend, auch bei Ausweichmanövern kann das System helfen, Unfälle zu vermeiden. Robert Zobel von der Unfallforschung des VW-Konzerns wusste zu berichten, dass  auf Untersuchungen des Konzerns von rund 400 Unfällen aus den vergangenen Jahren basierend  die Effektivität von ESP bei der Unfallvermeidung zwischen 75 und 80 Prozent liege. Er sagte, ESP sei nach dem Sicherheitsgurt die effizienteste Sicherheitsmaßnahme beim Autofahren.

 
 
 

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