Vorstellung Volkswagen Caddy EcoFuel: Sparen auf hohem Niveau

28. Jun 2006 - Auto-Reporter.Net

Volkswagen Caddy. Foto: Auto-Reporter/Volkswagen
 

Obwohl es ihn bereits seit einigen Monaten zu kaufen gibt, bewirbt Volkswagen seinen Kleintransporter Caddy mit Erdgasantrieb jetzt verstärkt. Nachdem vorher vor allem Flottenbetreiber zu ihrem Recht kamen, sollen jetzt auch Privatkunden angesprochen werden. Der Caddy EcoFuel hat ein quasi-monovalentes Motorkonzept, das auf den Betrieb mit Erdgas optimiert ist und sich lediglich beim Kaltstart bzw. (fast) leerem Gastank von selbst auf Benzinbetrieb umstellt. Die Kosten für Erdgas auf 100 Kilometer betragen laut VW rund 4,50 Euro, deutlich weniger also als mit einem vergleichbaren Diesel-Triebwerk. Der Mehrpreis gegenüber einem vergleichbaren 1,6-Liter-Benziner liegt bei 2890 Euro, die Differenz zum 1,9-Liter-TDI-Selbstzünder bei 1115 Euro. Dabei sind Rechenversuche relativ, weil die Ausstattung des 2.0-Liters besser ist. Und nach wie vor fördern viele Kommunen oder Energieanbieter die Anschaffung eines Erdgasfahrzeuges, so dass sich der Mehrpreis auf eine Summe unter 1000 Euro beläuft. Und dann amortisieren sich die Kosten in kürzester Zeit. Ab 15 975 Euro ist er zu haben, allerdings ist das der Tarif ohne Mehrwertsteuer. Der EcoFuel lässt sich optisch nicht von einem konventionell angetriebenen Caddy unterscheiden. Die insgesamt 26 Kilogramm fassenden drei Erdgastanks, die theoretisch eine Reichweite von rund 430 Kilometer erlauben, sind unter dem Wagenboden positioniert. So bleibt die Variabilität im Innenraum und das Ladevolumen unverändert und die Erdgas-Version ist auch als Siebensitzer zu ordern. Und der Laderaum ist mit bis zu 2239 Liter Volumen ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Auch mit fünf Personen an Bord sitzt man noch bequem und es bleibt reichlich Platz für das Gepäck. Beim Komfort müssen die Passagiere wegen der Blattfederung hinten und der (zumindest bei geringer Zuladung) wegen der weichen Auslegung Einbußen hinnehmen. Lediglich der Benzintank schrumpfte auf ein Fassungsvermögen von 13 Litern, was fürs Anlassen und den nächsten Weg zur Erdgas-Tankstelle - bei einem Restdruck von etwa zehn bar wird automatisch auf konventionellen Brennstoff umgeschaltet - ausreicht. Gegenwärtig gibt es in Deutschland über 700 Zapfsäulen, bis zum Frühjahr sollen - vornehmlich entlang der Autobahnen - noch bis zu 300 dazu kommen. Wer den Caddy flott bewegt, wird allerdings nicht weiter als runde 300 Kilometer kommen. Angetrieben wird der EcoFuel von einem 2,0-Liter-Motor mit 80 kW/109 PS, der für einen optimalen Wirkungsgrad im Gasbetrieb mit 13,5:1 entsprechend hoch verdichtet ist. Den Spurt von 0 auf 100 schafft er in 13,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Nach ersten Fahreindrücken entscheidender ist jedoch, dass die Maschine dank des maximalen Drehmoments von 160 Newtonmeter bei 3500 U/min auch im unteren und mittleren Drehzahlbereich erträglich beschleunigt. Ein Benziner ist zwar merklich dynamischer, aber eben auch teurer und weniger umweltfreundlich. VW rechnet damit, dass der Caddy Ecofuel zumindest vorerst überwiegend von Gewerbetreibenden und Fuhrpark-Betreibern geordert wird, da der Mehrpreis gegenüber den Diesel-Modellen nun im Gegensatz zu den Bi-Fuel-Versionen durch das "zwangsweise" Fahren mit Erdgas in den meisten Fällen innerhalb von einem, anderthalb Jahren amortisiert ist. Kalkuliert wird mit rund 4500 Verkäufen, wobei je nach Bedarf eine Produktions-Erhöhung im polnischen Werk Poznan jederzeit machbar ist. Aber auch sparsame Familienväter sollten das Modell EcoFuel durchrechnen. Den Verzicht auf ein wenig Dynamik bekommen sie durch geringere Treibstoffkosten ersetzt. Für Gewerbetreibende empfiehlt sich der Erdgasantrieb auch deshalb, weil sie von Fahrverboten durch die Kommunen bei hoher Partikelkonzentration verschont bleiben. Und das diese Verbote über kurz oder lang kommen, steht außer Frage. (ar/sb)

 
 
 

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