Starker Auftritt der deutschen Automobilindustrie in Russland

27. Aug 2010 - Auto-Reporter.NET

Viele Autos verstopfen die Straßen in Moskau. Experten erwartet 2010 ein Wachstum des russischen Marktes (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) von 18 Prozent auf 1,73 Mio. Einheiten. Foto: P. Hartmann/Auto-Reporter.NET
 

Auf dem Moskauer Automobilsalon MIAS/Interauto zeigt die deutsche Automobilindustrie in Russland Stärke. Allein im Juli sind die Verkäufe deutscher Konzernmarken in Russland um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Die beim Weltautomobilverband OICA akkreditierte Messe MIAS/Interauto wird dem Markt weitere Impulse geben – über eine Million Besucher werden erwartet.

Auch die Zulieferindustrie ist zuversichtlich, dass die Krise bald ganz überwunden sein wird. Die russische Industrie investiert in moderne Produktionsanlagen und Produkte, dies bietet insbesondere den deutschen Zulieferern zusätzliche Chancen. Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres haben die deutschen Zulieferer ihre Ausfuhr nach Russland verdoppelt – auf mehr als 530 Mio. Euro. Im gesamten Vorjahr hatten deutsche Zulieferer Waren im Wert von rund 1 Mrd. Euro nach Russland geliefert, 2008 waren es noch nahezu 1,5 Mrd. Euro. Hinzu kommt die Produktion vor Ort. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sind dort inzwischen 14 deutsche Zulieferer mit Produktionsstätten vertreten – die Anzahl hat sich seit Mitte der 90er Jahre verdreifacht.

Der VDA hat auf dem Zulieferbereich des Automobilsalons, der „Interauto“, bereits zum fünften Mal einen Deutschen Gemeinschaftsstand initiiert und unterstützt damit deutsche Zulieferunternehmen, die ihr Engagement in Russland weiter ausbauen wollen. Am Deutschen Gemeinschaftsstand stellen elf Zulieferer ihre Produkte vor. Der VDA betreut die Ausstellung vor Ort. Die Gemeinschaftsausstellung wird von der Deutschen Bundesregierung und dem Messeverband AUMA unterstützt. Der VDA vertieft mit der Beteiligung an der MIAS/Interauto auch seine Kontakte zu den Partnerverbänden, dem russischen Herstellerverband OAR sowie der AEB (Association of European Businesses).

Der VDA erwartet im Gesamtjahr 2010 ein Wachstum des russischen Marktes (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) von 18 Prozent auf 1,73 Mio. Einheiten. Allerdings wird damit noch längst nicht das Vorkrisenniveau erreicht – 2008 betrug das Marktvolumen 2,9 Mio. Fahrzeuge. Es besteht also nach wie vor erheblicher Aufholbedarf. Zusätzlich zu der sich abzeichnenden gesamtwirtschaftlichen Erholung hat das seit einigen Monaten laufende Verschrottungsprogramm zu einer deutlichen Nachfragebelebung geführt. Seit Anfang März wird in Russland der Neuwagenkauf durch die Zahlung einer Abwrackprämie gefördert, vorausgesetzt das neu erworbene Fahrzeug stammt aus heimischer Produktion.

Die deutschen Aussteller sind zuversichtlich, dass sich das Geschäft in Russland weiter stabilisiert. „Made in Germany“ ist weiterhin stark gefragt, sowohl beim Endkunden als auch bei den Fahrzeugherstellern. Der Trend zu einer höheren Lokalisation der Produktion in Russland wird auch angesichts neuer Regelungen der russischen Regierung weiter anhalten. Hier unterstützt auch das VDA-Qualitätsmanagement Center (VDA-QMC) in Russland Hersteller und Zulieferer vor Ort mit Hilfe der anerkannt hohen VDA-Standards. Die Messe MIAS hat noch bis 5. September 2010 ihre Tore geöffnet. (Auto-Reporter.NET/pha)

 
 
 

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