Neuartige Motorrad-Schutzkleidung im Test

12. Aug 2010 - Auto-Reporter.NET

Der Crashtest bei 50km/h zwischen Auto und Motorrad war Grundlage für die einzelnen Produkttests (Motorradschutzbekleidung). Ein wichtiges Gesamtergebnis: Der Brustbereich benötigt noch mehr Schutz. Foto: ADAC/Auto-Reporter.NET
 

Erstmals wurden vom ADAC neuartige Airbagjacken und spezielle Nackenschutzsysteme für Motorradfahrer in realistischen Crashversuchen geprüft. Generell stellten die Tester fest, dass es für den beim Motorradfahrer stark gefährdeten Brustbereich noch keine befriedigenden Lösungen gibt.

Mit dem ADAC-Urteil „guter Nutzwert“, das die Motoairbag Weste von D.P.I. Safety vor allem wegen der überzeugenden Schutzfunktion im Rückenbereich erhielt, war die Airbagweste das einzige von fünf getesteten Produkten, das die Tester überzeugte. Obwohl deutlich teurer, konnten die beiden anderen Jacken, die Hit Air Cruiser sowie die IXS Stunt, mit den Leistungen des Testsiegers nicht mithalten. Weil der Aufblasvorgang zu lange dauerte, wurde die IXS-Jacke sogar abgewertet.

Auch der Airbaghelm von APC wurde dem Test unterzogen. Das Urteil: „eingeschränkter Nutzwert“. Denn der Helm ist zu schwer und löst bei Alleinunfällen nicht zuverlässig aus, weil bei einem seitlichen Wegrutschen das Motorrad nicht genügend abgebremst wird. Der Helm-Airbag wird über eine Sensorik ausgelöst, wenn das Motorrad beim Unfall abrupt verzögert wird.

Das fünfte untersuchte System war der passive Nackenschutz Leatt Brace GPX-Club, der den Nacken vor Überstreckung bewahren soll. Zwar konnte die Schutzwirkung nachgewiesen werden, allerdings schränkt das Produkt die Beweglichkeit ein und erschwert den Schulterblick. Auch hier das Urteil: „eingeschränkter Nutzwert“. Zumindest für den Straßenverkehr. Im Off-Road- und Motocross-Bereich, wo Nackenverletzungen häufiger auftreten, macht der Einsatz des Leatt Brace durchaus Sinn.

In die Kleidung integrierte Airbags sind der richtige Weg zu mehr Sicherheit. Sie können aber keine vollständige Schutzausrüstung ersetzen, sondern nur ein Teil von ihr sein. Der Klub fordert, die Sensorik für den Auslösemechanismus bei der Airbagbekleidung zu verbessern. Die Hersteller müssten bei der weiteren Produktentwicklung zudem mehr Augenmerk auf den sensiblen Brustbereich legen. Außerdem sollten Bekleidungsstücke mit integrierten Airbags schnellere Aufblaszeiten vorweisen. (Auto-Reporter.NET/sr)

 
 
 

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