Im Test: Drei von vier Motorradwerkstätten arbeiten fehlerhaft

23. Jun 2010 - Auto-Reporter.NET

Foto: ivm/auto-reporter.net
 

Gemeinsam mit der Zeitschrift „Motorrad“ hat sich der ADAC 32 Motorrad-Werkstätten einmal näher angesehen. Für den Test wurde eine große Inspektion in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis, dass 23 der getesteten Werkstätten (Harley-Davidson, Honda, Triumph, Kawasaki, Suzuki, Yamaha, BMW, Ducati) nicht alle fünf Fehler gefunden und behoben haben. Folgende Fehler wurden versteckt: zu großes Spiel am Gasgriff, defekte Glühlampe für Standlicht oder Kennzeichenbeleuchtung, lose Kupplungsgriffverschraubung, der Reifenfülldruck am Hinterreifen war reduziert und der Bremsflüssigkeitsstand hinten wurde auf „Minimum“ abgesenkt.

Der beste Betrieb der Stichprobe: SBF Triumph Bikes & Parts (Filderstadt). Die Werkstatt bekam die volle Punktzahl bezüglich Technik und Service (100 Punkte). Den zweiten Platz mit 96 Punkten teilen sich das BMW Motorrad Zentrum Stuttgart und die Honda-Werkstatt Fritz Wenger aus Münster/Lech, gefolgt von der Kawasaki-Werkstatt Schlickel Motorrad aus Oldenburg (93 Punkte). Eine auf Yamaha spezialisierte Werkstatt bei München schnitt am schlechtesten ab. Sie fand nur einen Fehler, obwohl die übrigen Mängel im Wartungsplan als abgearbeitet vermerkt wurden.

Nur neun Werkstätten händigten den Kunden eine schriftliche Auftragsbestätigung aus und lediglich 18 Betriebe gaben den abgearbeiteten Wartungsplan mit. Das Gesamtergebnis enttäuscht im Vergleich zu den Werkstatttests für Autos, bei denen das Resultat genau umgekehrt war. Knapp drei Viertel der Pkw-Betriebe (73 %) arbeiteten korrekt. Dies überrascht umso mehr, als auch die Zweiradmechaniker bei der Inspektion nach einer festgelegten Wartungsliste vorgehen. Wäre diese korrekt abgearbeitet und nicht nur abgehakt worden, wären alle präparierten Fehler gefunden worden.

Um beim Inspektionsauftrag alles richtig zu machen, empfiehlt der Automobilklub, stets das Service-Heft dabei zu haben. Zudem sollte die Auftragsannahme für die Inspektion direkt am Motorrad erfolgen. Der Kunde sollte eine schriftliche Auftragsbestätigung und nach erfolgter Inspektion den abgearbeiteten Wartungsplan verlangen. Außerdem können sich Motorradfahrer bei Unklarheiten die Rechnung genau erklären lassen: Unverständliche oder englische Kürzel erschweren das Verständnis.

Wurde ein Inspektionstermin außerhalb der Saison vereinbart, ist eine schnelle Erledigung der Arbeiten zu erwarten. Ab April hingegen kann es durchaus zu Wartezeiten von drei Wochen kommen. (auto-reporter.net/sr)

 
 
 

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