Mehr Sicherheit für Biker!

10. Oct 2009 - Auto-Reporter.Net

Was den Autofahrer schützt, kann für den Biker zur Todesfalle werden: Leitplanken. Foto: ADAC/auto-reporter.net
 

Mit dem Start zu einer zweitägigen Sicherheitstour durch die Fränkische Schweiz am 8. Oktober 2009 will der ADAC auf die besonderen Gefahrenquellen für Motorradfahrer aufmerksam machen. Teilnehmer der Tour sind Vertreter aus Politik, Baubehörden und Verbänden. Experten des ADAC werden an praktischen Beispielen aufzeigen, wie die Sicherheit von Motorradfahrern verbessert werden kann.

Gefahrenquelle Nummer 1 sind die unter Bikern beliebten kurvigen Landstraßen. Hier passieren zwei Drittel aller tödlichen Unfälle. Nicht immer ist der Grund Raserei oder Übermut. Gerade in dieser Jahreszeit können simple, von Autofahrern eher zu vernachlässigende Dinge wie Kastanien, Eicheln oder Laub für Zweirad-Lenker vor allem in Kurven zur bösen Überraschung werden.

„Motorradfahrer haben weder Knautschzonen noch Sicherheitsgurte oder Airbags. Deshalb sind sie viel empfindlicher gegenüber Störeinflüssen wie etwa schlechtem Fahrbahnzustand oder unvorhergesehenen Verkehrssituationen“, so ADAC-Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker anlässlich des Starts der Tour.

Hinzu kommt noch ein weiterer wichtiger Punkt: die eigentlich zur Verbesserung der Sicherheit angebrachten Leitplanken. Motorradfahrern werden diese oft zum Verhängnis. Beim Sturz rutschen Biker oftmals unter ihnen hindurch und ziehen sich an den Stützpfeilern schwerste, oft tödliche Verletzungen zu.

„Nicht nur die Straße selbst, auch ihr Umfeld muss so gestaltet sein, dass die Folgen eines Unfalls für Motorradfahrer reduziert werden“, mahnt Becker. Daher fordert der Klub eine Nachbesserung in Form eines „Unterfahrschutzes“, der nachweislich Leben retten kann und mit verhältnismäßig geringem finanziellem Aufwand zu realisieren wäre.

Nach Aussage des ADAC lägen die Kosten bei 25 Euro pro Meter. Mit der Sicherung von Hindernissen neben der Strecke oder einfachen baulichen Maßnahmen wie speziellen Markierungen oder Abbiegspuren an kritischen Stellen könne das Unfallrisiko ebenfalls vermindert werden. Immerhin ist die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, nach ADAC-Berechnungen für einen Motorradfahrer 14-mal größer als für einen Autofahrer. (ar/br)

 
 
 

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