Mercedes-Vertrieb sucht neues Quartier in Berlin

1. Sep 2010 - Auto-Reporter.NET

Der Vertrieb der Marke Mercedes-Benz wurde bislang von Berlin aus gesteuert. Trotz Umzugsplänen wird das auch so bleiben. Foto: Daimler/Auto-Reporter.NET
 

Die zurzeit am prestigeträchtigen Berliner Potsdamer Platz beheimatete Mercedes-Vertriebszentrale (MBVD) wird die Spreeregion nun doch nicht verlassen. Aufgrund der mit dem Betriebsrat des Stuttgarter Autobauers vereinbarten Eckpunkte im Ringen um Einsparungen, die auch den Personal- und Mietbereich nicht unberührt lassen, ist ein Umzug des Mercedes-Vertriebs in die Unternehmenszentrale nach Stuttgart vom Tisch ist. In den nächsten Wochen soll eine Betriebsvereinbarung erarbeitet und unterzeichnet werden.

Wie Betriebsratschef Reinhard Feider gegenüber der „Berliner Morgenpost“ sagte, sei ein „Vorvertrag mit dem Unternehmen unterschrieben“ worden. „Damit steht fest: Wir bleiben in der Region Berlin-Brandenburg.“ Ob das allerdings am teuren Potsdamer Platz sein wird oder ein günstigerer Standort in der Region, darüber ist noch nicht entschieden. Hier prüfe man alle Optionen, wird Sprecherin Konstanze Fiola zitiert.

Hintergrund der Planspiele um eine Verlagerung des Standorts der Mercedes-Vertriebszentrale ist die Vorgabe Daimlers, die Vertriebsorganisation insgesamt deutlich, sprich um ein Drittel, zu verschlanken. Dazu hat jedes Land seinen Beitrag zu leisten. Besonders großes Einsparpotenzial sieht die Unternehmenszentrale in Berlin vor allem aufgrund der hohen Mieten im Stadtzentrum und der Personalkosten. So werken die Mitarbeiter in Berlin nach Baden-Württembergischen Tarif 35 Stunden in der Woche, während im Ostteil der Stadt bzw. in Brandenburg der Metall-Tarifvertrag für Berlin und die neuen Bundesländer mit 38 Arbeitsstunden gilt.

Um ein Entgegenkommen der Belegschaft zu erwirken, hatte die Konzernzentrale der Zeitung zufolge mit einem Umzug des Vertriebs nach Stuttgart gedroht. Das Kapitel wurde jetzt geschlossen, gesucht wird ein preiswerterer, aber dennoch repräsentabler Standort, der nach 2012 die 1.200 Mitarbeiter beherbergen kann, denn dann läuft der Mietvertrag am Potsdamer Platz aus. Unwahrscheinlich ist laut Feider ein Umzug ins Berliner Umland. Bestenfalls Schönefeld am neuen Hauptstadtflughafen oder der Europarc in Dreilinden kämen infrage. Diese beiden Standorte würden geprüft.

Welchen Verzicht die Mitarbeiter künftig leisten müssen, hängt von der Höhe der künftigen Miete ab, berichtet die „Morgenpost“ und macht eine einfache Rechnung auf: Findet sich ein günstiges Mietobjekt im Westteil, dann erzielt der Vertrieb seine Einsparungen über die Immobilie und die Mitarbeiter werden weiterhin nach dem Tarifvertrag Baden-Württemberg entlohnt. Wird es dagegen ein teureres Objekt im Osten, muss die Belegschaft Opfer bringen. „Ich hoffe natürlich, dass wir im Westen bleiben“, sagte Feider. (Auto-Reporter.NET/arie)

 
 
 

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