Keine neue Idee beim VCD

18. Aug 2010 - Auto-Reporter.NET

 
 

Mit Ausreden hat es der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Die bezieht er allerdings nicht auf sich. Nun schon seit Jahren unterstellt er der Autoindustrie, „den Klimaschutz zu vernachlässigen“, indem Pkw-Modelle gebaut werden, die mehr Kraftstoff verbrauchen als nötig. Die Unterstellung kann absurder nicht sein. Eines der vordringlichsten Ziele wohl eines jeden Automobilherstellers ist es doch seit jeher, den Kraftstoffverbrauch immer weiter zu senken. Auch damit lässt sich schließlich werben.

Bei der heutigen Vorstellung der aktuellen Auto-Umweltliste des VCD, bei der die sparsamsten Neuwagen des deutschen Marktes auf den Thron gehoben wurden, konnte es sich der verkehrspolitischen Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen, wiederum nicht verkneifen, die Autoindustrie pauschal anzuzählen. Sie müsse „ihre Anstrengungen in Sachen Klimaschutz ernsthaft forcieren und den Durchschnittsverbrauch aller Pkws massiv senken“. Es gebe noch viel zu wenige Autos, die – wie die Testsieger des „VCD-Öko-Rankings“ – wenig verbrauchten. Dass das Spektrum moderner Automobilität auch künftig vom preiswerten Kleinwagen bis zur Limousine mit Premiumanspruch reicht, passt nicht in die Argumentation. Die VCD-Umweltliste führen – punktgleich – der Toyota Prius und der Toyota Auris Hybrid an, gefolgt vom Toyota lQ 1.0 VVT-i. Als „Klimabeste“ dank des geringsten CO2-Ausstoßes wurden der smart fortwo coupé cdi (86 g CO2/km) und der VW Polo 1.2 TDI BlueMotion (87 g) gekürt.

Mag dem Klimakämpfer VCD der Kraftstoffverbrauch auch nebensächlich erscheinen – Autokäufer fragen zuerst danach. Dabei wird es bleiben. Schließlich ist an der Tankstelle für Benzin und Diesel zu bezahlen, nicht für Kohlendioxid. Abgesehen davon: Erst muss noch bewiesen werden, dass CO2, auch das aus dem Autoauspuff, tatsächlich „klimaschädlich“ ist. Die Behauptung aber hat sich inzwischen so verselbständigt, dass sie ohne jeden Zweifel willig übernommen und brav weitergereicht wird. Was dann, wenn sich zeigt, dass die Welt falschen Propheten aufsaß?

Moderne Umwelttechnik müsse Standard in allen Modellen werden, sagt Lottsiepen. Als ob das Automobilhersteller nicht selbst wüssten und längst danach handelten. Damit auch das schlechte Gewissen bedient wird, hält der VCD-Sprecher der Autoindustrie erst noch vor, sie habe „nicht zuletzt dank massiver Subventionen die Finanz- und Wirtschaftskrise überwunden“, um danach den rhetorischen Schlussakkord zu setzen, nun gebe es „keine Ausrede mehr, den Klimaschutz zu vernachlässigen“.

Automobilhersteller mit dem Vorwurf der Ausrede zu bombardieren, bleibt die beliebteste Übung des VCD. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)

 
 
 

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